MunichRe
- Martin Mrowka - Redakteur

Munich Re: Eine saubere Sache

Der weltgrößte Rückversicherer zieht sich weitgehend aus dem Geschäft mit der klimaschädlichen Kohle zurück. Der Aktie der Munich Re (ehemals Münchener Rück) hilft das offenbar auch.

Der Vorstandschef der Munich Re, Joachim Wenning kündigt in der FAZ an, nicht mehr in Aktien oder Anleihen von Unternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle erzielen. Unter den fossilen Brennstoffen sei die Kohle für den größten Anteil an klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich, begründete Wenning die Entscheidung des Münchener Konzerns. 

Zudem werden Kohlekraftwerke künftig nicht mehr versichert. "Wir werden im Einzelrisikogeschäft, wo wir die Risiken genau sehen können, im Grundsatz künftig keine neuen Kohlekraftwerke oder -Minen in Industrieländern mehr versichern", sagte Wenning. Es werde nur wenige Ausnahmen geben, etwa bei bestehenden Kunden oder in Schwellenländern.

Verfehlung der Klimaziele wird teuer

Umweltinitiativen setzen die Versicherungsbranche seit Jahren unter Druck, sich im Interesse des Klimaschutzes aus dem Kohlegeschäft zurückziehen. Maßgeblich daran beteiligt ist die deutsche Initiative Urgewald, die die Munich Re vor allem wegen der Versicherung polnischer Kohlekraftwerke ins Visier genommen hatte. Die Munich Re folgt mit ihrem Kurswechsel nun dem Beispiel der Allianz und anderer Versicherer.

Man werde die eigene Klimastrategie an das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens knüpfen, erläuterte Wenning. "Die Folgen des Klimawandels werden auch bei Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad teuer", schreibt Wenning in dem Gastbeitrag in der FAZ. "Noch viel teurer und gesellschaftlich entscheidender würden die Folgen einer Verfehlung des Zwei-Grad-Ziels sein."

Zunehmende Naturkatastrophen belasten den Konzern

Die Munich Re ist in Sachen Klimawandel fachkundig: Das Unternehmen versichert Erstversicherungen in aller Welt. Große Naturkatastrophen wie die letztjährige Hurrikan-Serie in den USA und in der Karibik verursachen regelmäßig Milliardenschäden, die Munich Re teuer zu stehen kommen.

Am kommenden Mittwoch wird der DAX-Konzern übrigens seine Zahlen zum zweiten Quartal vorstellen. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten erwarten im Schnitt einen Überschuss von 719 Millionen Euro - gut ein Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Katastrophen-Jahres 2017. Die Bruttoprämieneinnahmen dürften um drei Prozent auf 12,2 Milliarden Euro gestiegen sein.

Chartwiderstand voraus

Dem Aktienkurs der Munich Re tut der Ausblick auf die Quartalszahlen und der Schwenk in der Geschäftsstrategie gut. Heute steigt die Aktie im DAX um mehr als ein Prozent. Auch charttechnisch hat sich das Bild wieder verbessert. Mit der Überwindung der 200-Tage-Linie wurde auch ein kurzfristiger Abwärtstrend nach oben verlassen. Sollte auch der Widerstand bei 195 Euro fallen, dürften Kurse über der 200-Euro-Marke nur eine Frage der Zeit sein.

Letztlich wird das Wetter in den kommenden Monaten über Wohl und Wehe der Aktie mitentscheiden. Der Wert ist dank einer guten Dividendenrendite von rund 4,5 Prozent und des Ausstiegs aus der Kohle für konservative Anleger geeignet.

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