Lufthansa
- Nikolas Kessler - Volontär

Lufthansa-Aktie: Höhenflug beendet

Nach dem gestrigen Kursgewinn bleibt die Aktie der Lufthansa am Dienstagmorgen am Boden. Mit einem deutlichen Minus gehört das Papier wieder zu den Verlierern im DAX. Daran ändern auch die Analystenkommentare von Société Générale, Commerzbank und Normura nichts. Einen Tag vor der Hauptversammlung rücken offenbar die zahlreichen Probleme der Airline wieder in den Fokus der Anleger.

Die Commerzbank hat das Kursziel für die Lufthansa-Aktie von 20 auf 18 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Auch das japanische Analysehaus Nomura hat seine Kaufempfehlung mit einem Ziel von 18 Euro bestätigt. Neu in die Bewertung aufgenommen wurde das Papier außerdem von der französischen Großbank Société Générale, und zwar mit einem „Hold“-Rating und einem Kursziel von 13,50 Euro. An die Kursgewinne vom Vortag kann die Aktie aber trotzdem nicht anknüpfen.

Zahlreiche Baustellen

Zu offensichtlich sind die schwerwiegenden Probleme, mit denen die Kranich-Airline derzeit zu kämpfen hat. Diese dürften auch bei der Hauptversammlung am morgigen Mittwoch das beherrschende Thema sein. Denn profitable arbeiten derzeit nur die Service-Töchter für Technik und Catering. Der eigentliche Flugbetrieb wirft mit einer operativen Marge von 2,9 Prozent deutlich zu wenig Gewinn ab. Hinzu kommt, dass hohe Investitionen nötig wären, um die überalterte Lufthansa-Flotte auf Vordermann zu bringen. Wegen hoher Pensionslasten schmilzt außerdem die Eigenkapitalquote des Konzerns.

Gegensteuern will Konzernchef Carsten Spohr mit einer neuen Konzernstrategie namens „Our Way Forward“. Diese sieht vor, die Kernmarke Lufthansa zu einem absoluten Premium-Anbieter aufzurüsten und als erste westliche Airline ein 5-Sterne-Ranking des Fachmagazins „Skytrax“ zu ergattern. Für die breite Masse soll die Billig-Plattform Eurowings kostengünstige Flüge innerhalb Europas und auf der Langstrecke anbieten. Vor allem bei den Piloten sorgen diese Pläne allerdings für Proteste. Die Lufthansa befindet sich deshalb im härtesten Tarifkonflikt ihrer Geschichte.

 

Kein Kauf!

Die Gewinne vom Vortag hat die Lufthansa am Dienstagvormittag teilweise wieder abgegeben. Auch die Hauptversammlung am Mittwoch wird kurzfristig nicht für Impulse sorgen können, denn nach den Verlusten im abgelaufenen Geschäftsjahr entfällt die Dividendenzahlung. DER AKTIONÄR rät daher weiterhin vom Kauf der Lufthansa-Aktie ab.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Lufthansa: Wirtschaftlicher Schaden wird größer

Die Pilotenstreiks bei der Lufthansa gehen weiter. Nach Angaben der Airline sind heute 890 Flüge mit 98.000 Passagieren gestrichen. Der DAX-Konzern hatte am Montagabend den Versuch aufgegeben, die Ausstände noch vor Gericht stoppen zu wollen. Ob es bald zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommt, … mehr