KUKA
- Werner Sperber - Redakteur

KUKA: Darum zahlt Midea soviel

Die Spezialisten der Euro am Sonntag schreiben, Dr. Till Reuter, Vorstandsvorsitzender von KUKA, sei angeblich von dem Übernahmeangebot der Midea Group nicht überrascht worden. Dr. Reuter und die chinesische Firma sprächen bereits seit Wochen darüber, wie das Geschäft des deutschen Maschinenbau-Unternehmens in der Volksrepublik angekurbelt werden könne. Der auf Haushaltsgeräte spezialisierte Konzern möchte den Anteil an KUKA von 13,5 auf mindestens 30 Prozent ausbauen und bietet 115 Euro je Anteil. Der Aufschlag auf die jüngsten Kurse beträgt damit rund ein Drittel. Der Weltmarktführer für die sogenannte Weißware möchte dafür nicht einmal einen Beherrschungsvertrag mit KUKA abschließen. Warum allerdings soll Midea Milliarden für KUKA ausgeben, wenn bei dem deutschen Unternehmen alles beim Alten belassen werden soll? Gordon Schönell, Analyst des Bankhauses Lampe: „Es wäre nicht das erste Mal, dass derartige Versprechen vom Käufer über die Zeit gebrochen werden.“

KUKA bezeichnet das Angebot jedoch als „freundlich“. China gilt als Zukunftsmarkt für die Robotik schlechthin, denn die chinesischen Firmen müssen effizienter, wettbewerbsfähiger werden. China hat einen hohen Nachholbedarf. Um aufzuschließen, müssten in China so viele Roboter neu aufgestellt werden, wie derzeit auf der ganzen Welt bereits in Betrieb sind. Dabei arbeiten in der Volksrepublik bereits jetzt so viele Roboter wie in keinem anderen Land. Midea möchte an einem solchen Trend mitverdienen. Insofern ist der hohe Preis nicht mehr überraschend.

Die Spezialisten der Euro am Sonntag raten dazu, das Angebot von Midea anzunehmen. Bei einer Offerte dieser Höhe dürfte der Aktienkurs kaum mehr steigen können. Das KBV beträgt schließlich schon 5,5 und das KGV für das laufende Jahr 37. Das Kursziel beträgt 115 Euro und der Stop-Loss sollte bei 93 Euro gesetzt werden.

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