K+S
- Thomas Bergmann - Redakteur

Konzernchef bestätigt Prognosen - K+S-Aktie vor neuem Kurssprung?

k+s, schwefeldünger, Rapsfeld, Feld, 20140424

Beim Dünger- und Salzhersteller K+S könnten die Verwerfungen an den Kalimärkten 2016 zu Entlassungen führen. "Es geht nicht ohne Personalanpassungen", sagte Konzernchef Norbert Steiner in Philippsthal. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde von ihm noch einmal bekräftigt. Hoffnung mache zudem die Entwicklung der Kalipreise.

Personal auf dem Prüfstand

Während zunächst Sachkosten im Mittelpunkt standen, will Steiner nun verstärkt die Prozesse in allen Teilen des Konzerns optimieren. So solle ermittelt werden "wie viel Personal für die zukünftigen Aufgaben nicht mehr gebraucht wird", erklärte der Manager. Wie viele Stellen insgesamt wegfallen, solle aber erst 2016 feststehen. Mit den Gewerkschaften habe K+S einen Sozialplan ausgehandelt. Schon heute stelle der Konzern laut Steiner kaum noch neue Mitarbeiter ein. Es gebe einen weitgehenden Einstellungsstopp. Durch natürliche Fluktuation seien so weltweit Stellen "im dreistelligen Bereich" weggefallen. Ende März beschäftigte der Konzern insgesamt 14.330 Mitarbeiter.

"Talsohle bei den Kalipreisen durchschritten"

Hoffnung schöpft der Konzern angesichts der hohen Kali-Nachfrage und der deutlichen Stabilisierung der Weltmarktpreise. "Die Talsohle bei den Kalipreisen ist durchschritten", sagte Andreas Radmacher, K+S-Vorstand für Kali- und Magnesium. Der Markt habe sich beruhigt. K+S registriere eine "starke Nachfrage", die die Kapazitäten übersteige. Dennoch werde es sicher noch dauern, bis die Preise sich wieder erholten. Die Branche hatte im vergangenen Jahr einen schweren Schlag erlebt und sich seither nicht davon erholt. Im Juli 2013 war der russische Kaligigant Uralkali aus einer der weltweit zwei Vertriebsallianzen ausgestiegen und hatte damit einen Preisverfall ausgelöst.

Prognosen bekräftigt

An den Prognosen für das laufende Jahr hielt Steiner fest. Im Durchschnitt dürften die Kali- und Magnesiumpreise trotz der jüngsten Stabilisierung unter dem Vorjahresniveau liegen. Das operative Ergebnis (EBIT I) wird deshalb voraussichtlich 2014 im Vergleich zum Vorjahreswert von 656 Millionen Euro deutlich zurückgehen, während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr (3,95 Milliarden Euro) "moderat" sinken dürfte.

Auch an den Ausbauplänen in Kanada rüttelt Steiner nicht. K+S baut dort derzeit für umgerechnet rund drei Milliarden Euro ein neues Kaliwerk, das im Sommer 2016 den Betrieb aufnehmen soll. So wollen die Kasseler die Wachstumsmärkte in Asien und Südamerika erschließen. Auch im Salzgeschäft gebe es in den Wachstumsregionen Südostasiens noch Potenzial, sagte Steiner. Umsetzungsreife Ideen seien vorhanden. Doch zunächst wolle man sich auf das neue Kali-Werk in Kanada konzentrieren. "Wir wollen uns einfach nicht übernehmen", sagte Steiner.

Aktie mit Potenzial

Angesichts der Aussagen aus dem K+S-Management bleibt DER AKTIONÄR bei seiner Einschätzung zu K+S. Aufgrund der Erholung bei den Kalipreisen und des eingeleiteten Sparprogramms hat die Aktie noch Potenzial bis 30 Euro.

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