Grammer
- Maximilian Völkl

Grammer: Offene Rebellion

Es bleibt dabei: Der Juni ist der Monat der Hauptversammlungen. In der zweiten Reihe laden auch in der kommenden Woche zahlreiche Unternehmen ihre Aktionäre zum jährlichen Treffen ein. Während es bei vielen Konzernen kaum kursbewegende Nachrichten gibt, dürfte es beim Automobilzulieferer Grammer hoch hergehen.

Der chinesische Großaktionär Ningbo Jifeng will Grammer übernehmen und bietet 61,25 Euro je Aktie. Während das Angebot beim Management gut ankommt, stößt es beim zweiten Großaktionär, der deutsch-bosnischen Investorenfamilie Hastor, auf Widerstand. „Wir betrachten das Angebot wirtschaftlich als unzureichend“, so die Hastors. Die Investoren, die seit ihrem Lieferboykott gegen den Volkswagen-Konzern in der Autobranche berüchtigt sind, deuteten sogar eine Übernahmeschlacht an. „Wir werden nun alle vorhandenen Optionen prüfen, auch den nochmaligen Ausbau unserer Beteiligung.“

Ningbo Jifeng will Anleger und Management derweil mit einer umfassenden Investorenvereinbarung überzeugen. Langfristige Zusagen sollen eine sichere Basis für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter bringen. Die Chinesen bekennen sich zudem sowohl zum aktuellen Management als auch zu den Standorten und der Marke Grammer. Der Ausgang des Konflikts zwischen Ningbo und den Hastors bleibt offen. An der Börse sind die Erwartungen aber hoch. Die Aktie notierte zwischenzeitlich bereits über 68 Euro – und damit deutlich über dem Niveau des Ningbo-Angebots.

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