Grammer
- Jochen Kauper - Redakteur

Grammer: Gute Zahlen, schwacher Ausblick– wie geht es mit der Aktie weiter?

Fakt ist: Grammer warnt trotz zuletzt guter Geschäfte vor möglichen existenzbedrohenden Folgen des Machtkampfs mit Nijaz Hastor. Mehrere große Autobauer beobachten die Beteiligung und mögliche Einflussnahme der Familie Hastor an Grammer mit Sorge. Sie haben deshalb in Gesprächen mit Politikern und den Gewerkschaften deutlich gemacht, ihre Kundenbeziehungen zu Grammer zu prüfen.

Guter Start

Nach vorläufigen Zahlen kletterte der Umsatz von Grammer in den ersten drei Monaten  um 7,5 Prozent auf 458,0 Millionen Euro. Das EBIT stieg um 52,0 Prozent auf 22,5 Millionen Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,4 Prozent-Punkte auf 4,9 Prozent. Hier liegt auch der Hauptangriffspunkt von Hastor. Er bemängelt die nach wie vor mickrige Rendite beim Autozulieferer Grammer.

Größtes Problem: Die Ordereingänge seien bei Grammer erstmals seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2010 rückläufig. Genaue Zahlen zum Auftragseingang machte Vorstand Müller aber nicht.

Rettungsanker in Sicht

Fakt ist: Mit der Kapitalerhöhung zugunsten von Jifeng verwässert sich der Anteil von Hastor. So soll der Angriff der Unternehmerfamilie Hastor abgewehrt werden.

  

Halten! 

Ob die Hastors Grammer wirklich übernehmen wollen, ist nicht klar. Aktuell liegt der Anteil des Investors bei rund 20 Prozent. Gut möglich, dass Hastor seine Anteile bis 30 Prozent weiter aufstockt.

DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Grammer ist mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,5 nicht zu teuer. Das KGV beträgt für 2017 knapp 13. Sofern sich der Machtkampf weiter zuspitzt, sind Kurse um 65 Euro durchaus drin. Dennoch sollte der schwache Auftragseingang zum Nachdenken anregen. Gut möglich, dass durch den Machteinfluss von Nijaz Hastor der eine oder andere große Autobauer seine Aufträge in Zukunft an andere Zulieferer vergeben wird.

 

 

 

 


 

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