Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Eine 6.000 Jahre alte Blase?

Nur wenige Tage vor dem Referendum in der Schweiz über die Initiative „Rettet unser Gold“ hat sich die Citigroup mit einer Studie zu Wort gemeldet. Darin wird Gold als 6.000 Jahre andauernde Blase beschrieben. Und auch ansonsten werden Goldbullen mit dem Werk nicht allzu viel Freude haben. Schließlich wird Gold darin mit Bitcoins gleichgestellt.

Willem Buiter, Analyst bei der Citigroup, stellt heraus, dass Gold teuer zu produzieren und zu lagern ist. Zudem gebe es kaum industrielle Verwendung für Gold. An dieser Stelle gleich eine Anmerkung: Natürlich ist der industrielle Nutzen gering – zumindest dann, wenn man die Schmuckindustrie aus welchen Gründen auch immer nicht als Industrie ansieht – und die Herstellung teuer. Doch wieso sollte das den Anleger oder im Fall der Schweiz die Nationalbank interessieren? Schließlich eröffnen doch die Schweizer keine Mine sondern kaufen das produzierte Gold. Wenn Sie ein Auto kaufen, interessiert es doch Sie als Fahrer in der Regel nicht, wie aufwändig beziehungsweise teuer die Herstellung gewesen ist.

ETFs und Zertifikate statt Gold

Dass Gold nicht mit anderen Rohstoffen vergleichen werden kann, sondern am ehesten an Bitcoins erinnert, mag in mancher Hinsicht (begrenzte Verfügbarkeit) zwar richtig sein. Doch die Unterschiede sind erheblich. Einen Rohstoff mit einer virtuellen Währung zu vergleichen ist meines Erachtens schwierig. Dazu hat sich Gold über Jahrhunderte als Zahlungsmittel und Werterhalt bewährt. Ob Bitcoins je an diese Stelle treten werden. Und weshalb die Speicherung von Bitcoins so teuer sein soll, wie Buiter sagt, ist auch nicht ersichtlich. Theoretisch können Bitcoins auf jeder Festplatte gespeichert werden.

Am Ende spricht sich der Analyst – wenig überraschend – gegen die Schweizer Goldinitiative aus. Zwar ist und bleibt die Klausel, dass die Nationalbank kein Gold mehr verkaufen dürfte tatsächlich schwierig. Doch ansonsten kann ich mich für die Argumentation nicht erwärmen.

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