Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Die China-Lüge

Der Goldpreis hat deutlich Federn lassen müssen. Und aus allen Seiten melden sich zurzeit wieder die Goldbären zu Wort. In einigen Medien ist jetzt zu lesen, die Nachfrage nach Gold lasse nach – und das bringe den Goldpreis unter Druck. Ist das der wirkliche Grund für den schwachen Goldpreis?

Interessant: Vor ein paar Tagen erreichte mich genau zu diesem Thema ein Leserbrief. Der Leser behauptete, die chinesische Notenbank kaufe kein Gold. Im Gegenteil: In China würden sogar Politiker vor Goldkäufen warnen. Ist das also so? Lässt der Goldkonsum in China nach und belastet das den Goldpreis? Nun, ein Blick auf die Zahlen zeigt die Wirklichkeit.

Auf Rekordniveau

Das Internetportal Mineweb hat gestern bereits die aktuellen Zahlen für die Auslieferung an der Shanghai Gold Exchange für die ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres veröffentlicht. Und die lassen einen solchen Schluss beim besten Willen nicht zu. Alles in allem würden die Verkäufe der ersten zwölf Wochen sich auf 532 Tonnen summieren. Rechnet man das aufs Jahr hoch, dann käme man auf eine Nachfrage von 2.300 Tonnen. Dazu gesellt sich noch die Eigenproduktion Chinas, die rund 430 Tonnen betragen dürfte. Unterm Strich käme man auf eine Goldnachfrage aus China von mehr als 2.700 Tonnen. Und das ist in etwa die komplette weltweite jährliche Produktion. Von einer schwachen Nachfrage in China kann damit keine Rede sein, wie auch das Fachportal goldseiten.de berichtet.

Woher kommt also das Märchen dieser schwachen Goldnachfrage? Nun, zum einen ist die Nachfrage doch in den vergangenen Wochen etwas zurückgegangen. Dies dürfte im Wesentlichen mit dem gestiegenen Goldpreis zu tun haben. Allerdings befindet sich die Nachfrage noch immer auf historisch hohem Niveau. Zum anderen dürfte auch ein Analystenkommentar von Seiten Morgan Stanleys dazu beigetragen haben. Die Experten gehen auch von einer schwächeren Goldnachfrage Chinas aus. Warum und wieso, darüber schweigen sie sich allerdings aus.

Eine nachlassende Nachfrage nach Gold aus China ist meines Erachtens nicht der Grund für den schwachen Goldpreis. Eine Vielzahl von Faktoren belasten das Edelmetall – vor allem negative Analystenkommentare dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Die physische Nachfrage ist nach wie vor hoch. Und das sollte sich auch auf mittlere Sicht in einem steigenden Goldpreis widerspiegeln.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Fast geschafft!

Der Goldpreis atmet nach der Fed-Entscheidung kräftig durch. Das Edelmetall notiert wieder über 1.330 Dollar. Die Marke von 1.307 Dollar hat als Unterstützung gehalten. „Jetzt kommt es darauf and, die obere Begrenzung der bullishen Flagge bei etwa 1.340 Dollar zu knacken“, sagt Markus Bußler. Dann … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Morgen geht es los: Neues Gold-Depot startet

Noch hängen einige Fragezeichen über den Köpfen der Anleger: Wird die Fed womöglich doch die Zinsen erhöhen. Aktienmärkte und Rohstoffmärkte scheinen aktuell die Entscheidung der Fed bereits vorweg zu nehmen – keine Zinsanhebung. Jedenfalls steigen sowohl die Aktien in den USA als auch Gold und … mehr