TESARO
- Michel Doepke - Redakteur

GlaxoSmithKline kauft Tesaro: Das Leiden hat ein Ende!

Der nächste "Buyout-Monday" im Biotech-Sektor: Der britische Pharma-Konzern GlaxoSmithKline (GSK) stärkt das Onkologie-Portfolio mit der Übernahme von Tesaro. Besser spät als nie – denn das Biotech-Unternehmen gilt seit Monaten als eines der heißesten Akquisitionsobjekte im Sektor. Immer wieder flammten Übernahmegerüchte zu Tesaro auf, die letzten von vor zwei Wochen (DER AKTIONÄR berichtete) haben sich nun bestätigt.

GSK-Aktie unter Druck

Die Briten öffnen das Portemonnaie und legen 5,1 Milliarden Dollar für das Unternehmen auf den Tisch. Dies entspricht einem Aufschlag von 58 Prozent. Bereits in den letzten zwei Wochen konnte die Tesaro-Aktie infolge der aufkochenden Gerüchte kräftig zulegen. GlaxoSmithKline hat es auf den PARP-Inhibitor Zejula abgesehen und will damit im zukunfträchtigen, aber auch zugleich hart umkämpften Markt dieser Enzymhemmer mitmischen. DER AKTIONÄR selbst hat nicht mit GSK als Käufer gerechnet, der Markt offenbar auch nicht. In einer ersten Reaktion brechen die Papiere von GlaxoSmithKline knapp fünf Prozent ein. Denn die Übernahme werde das Ergebnis in den ersten beiden Jahren belasten.

Rivale Clovis Oncology explodiert vorbörslich

Die Bewegung im Markt für PARP-Inhibitoren schwappt erneut auf den kleineren Konkurrenten Clovis Oncology über. Vorbörslich, nach Bekanntwerden der Tesaro-Übernahme durch GSK, legt die Aktie satte 30 Prozent zu. Fakt ist: Allein wird es Clovis Oncology sehr schwer haben, sich gegen die Schwergewichte Pfizer, Astrazeneca und jetzt auch GlaxoSmithKline durchzusetzen. Auch die chinesische BeiGene hat einen Wirkstoff dieser Klasse in der Pipeline.

Und jetzt?

Wer bei GlaxoSmithKline investiert ist, lässt sich nicht von den Kursabschlägen beunruhigen. Wer spekulativ im Tief bei Tesaro zugegriffen hat, sollte die Aktie verkaufen. Dass ein anderes Unternehmen mehr bietet als GSK, ist nahezu ausgeschlossen. Eher könnte es noch jemand auf Clovis Oncology abgesehen haben. Aber auch hier gilt: Aufgrund der Konkurrenzsituation sollten ausschließlich hartgesottene Anleger auf das Übernahmekarussell aufsteigen.

 

 

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