Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Jetzt verkaufen?

gazprom 20090304

Die Aktie von Gazprom hat an den vergangenen Handelstagen weiter deutlich zulegen können. Nach Ansicht von Analyst Timur Salikhov ist allerdings auch ein guter Zeitpunkt gekommen, um die Titel zu verkaufen. Schließlich ist seiner Ansicht nach der anstehende China-Deal keineswegs nur positiv zu werten.

Er rechnet damit, dass der 30-jährige Liefervertrag bei Wladimir Putins Besuch in China vom 20. bis 21. Mai unterzeichnet werde soll. Laut Insidern seien die Vertragsinhalte mittlerweile schon zu 98 Prozent vereinbart worden, nur noch kleinere Details müssten noch fixiert werden.

Negativer Cashflow zu erwarten

Salikhov räumt zwar ein, dass der Deal Gazprom wesentlich unabhängiger vom bislang wichtigsten Abnehmer Westeuropa macht und der Absatz dadurch zunehmen dürfte, dennoch sieht er den Liefervertrag mit China für die Anteilseigner eher skeptisch. Schließlich sei angesichts der enorm hohen Investitionen, die Gazprom stemmen muss (vor allem der Bau von Pipelines), seinen Berechnungen zufolge eine Kreditaufnahme von 20 Milliarden Dollar notwendig. Zudem dürfte der Free Cashflow 2015 bis 2017 negativ ausfallen. Er regt daher an, dass Anleger bei Gazprom nun „ihre Chips vom Tisch“ nehmen. Die Gazprom-Aktie stuft er allerdings dennoch mit „Hold“ ein, das Kursziel sieht er weiterhin bei 8,25 Dollar und damit leicht über dem aktuellen Kursniveau.

Aktie bleibt ein Kauf

DER AKTIONÄR rät mutigen Anlegern weiterhin zum Kauf der Gazprom-Aktie. Die hohen Investitionen sind mittel- bis langfristig betrachtet unverzichtbar, selbst wenn sie vorübergehend das Konzernergebnis belasten dürften. Doch selbst im Falle einer Gewinnhalbierung, läge das KGV für den weltgrößten Erdgasproduzenten mit knapp 6 immer noch weit unter der Bewertung der Konkurrenz.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Nach soliden Zahlen vor Kaufsignal

Die Kasse klingelt weiter: Der weltgrößte Erdgasproduzent Gazprom hat seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr um 21 Prozent auf 952 Milliarden Rubel (umgerechnet 16,7 Milliarden Dollar) gesteigert. Hauptverantwortlich hierfür war wieder einmal das starke Geschäft in den Staaten der Europäischen Union. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Das war wichtig

Ein bedeutender Erfolg für Gazprom: Bei der Finanzierung der zweiten Ostseepipeline von Russland nach Deutschland, Nord Stream 2, ist es dem weltgrößten Erdgasproduzenten nach monatelangen Verhandlungen nun doch gelungen, trotz politischem Gegenwind westliche Partner mit ins Boot zu holen. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

BASF-Tochter: Keine Alternative zu Gazprom!

Mario Mehren, der Chef der BASF-Tochter Wintershall, fordert in einem Interview die schrittweise Rücknahme der Sanktionen gegen Russland. Er betont, dass Russland „langsam die Geduld verliert“. Diese Entwicklung ist seiner Ansicht nach für Deutschland schlecht – auch aus wirtschaftlicher Sicht. mehr
| Thorsten Küfner | 1 Kommentar

Gazprom: Glauben Sie nicht den ganzen Quatsch!

Sie kommen immer wieder. Es sind stets die gleichen Überschriften, sobald sich das politische Klima zwischen Russland und dem Westen wieder verschlechtert: „Drehen uns Putin/Gazprom/die Russen/oder wer auch immer das Erdgas ab?“ Doch warum in aller Welt sollte Russland das tun? Zumal aktuell eher … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Jetzt aussteigen?

Die Gazprom-Aktie fällt und fällt. Während andere Energietitel wie etwa Shell zuletzt im Zuge der Ölpreiserholung wieder deutlich Boden gut machen konnten, ist dies bei Gazprom aktuell in keinster Weise zu erkennen. Sollten Anleger nun die Reißleine ziehen und sich von den Anteilscheinen des … mehr