Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Das ist enttäuschend!

Seit mehr als einem Jahrzehnt feilschen Gazprom und China bereits um einen langfristigen Liefervertrag. In den vergangenen Wochen und Monaten mehrten sich die Berichte, wonach mittlerweile endlich fast alle Details geklärt worden seien. Zum heute beginnenden Staatsbesuch des russische Präsidenten Wladimir Putin sollte der Vertrag unterschrieben werden – doch stattdessen geht das Warten weiter.

So sollen immer noch einige Preisdetails nicht geklärt worden sein. Einige Experten vermuten, dass China nun doch noch einen etwas höheren Rabatt herausschlagen will. Schließlich weiß man, dass sich Gazprom mittel- bis langfristig unabhängiger vom westeuropäischen Markt machen will. Unter Berufung auf informierte Kreise soll der Preis zwischen 335 und 350 Dollar pro Kubikmeter Erdgas liegen. Das wäre kein allzu großer Rabatt zu den westeuropäische Preisen (380 Dollar). Hält man sich zudem vor Augen, dass viele ehemalige Sowjetrepubliken nur rund etwa 270 Dollar bezahlen müssen, ist Chinas harter Verhandlungskurs durchaus nachvollziehbar.

Unterschrift auch morgen möglich

Wladimir Putin weilt auch morgen noch in Shanghai. Daher wäre ein baldiger Vertragsabschluss also noch möglich – wenn nun auch einige Experten sich diesbezüglich mittlerweile etwas skeptischer zeigen. Ein Ende der langwierigen Vertragsverhandlungen könnte der Aktie von Gazprom, die im heutigen Handel deutlich unter Druck geriet, noch einmal Rückenwind verleihen.

Wegen der immer noch enorm günstigen Bewertung bleibt das Papier aber selbst im Falle eines weiteren Verzugs immer noch ein klarer Kauf (Stopp: 4,40 Euro)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Aus der Traum?

Über viele Monate hinweg konnten sich die Aktionäre des russischen Erdgasriesen Gazprom durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine zweistellige Dividendenrendite machen. Doch durch die jüngste Entwicklung scheint die Anhebung der Ausschüttungsquote von knapp 25 auf 50 Prozent auszufallen. Allerdings … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Dividendenerhöhung in Gefahr?

Es hatte sich bereits angedeutet: Die westlichen Partner für Gazprom beim Projekt Nord Stream 2 halten sich zurück, womit der Erdgasriese den Pipeline-Bau nun doch alleine finanzieren muss. Das ist zwar kein Beinbruch, könnte aber dafür sorgen, dass die erhoffte Dividendenanhebung erneut verschoben … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Die Talsohle durchschritten?

Der weltgrößte Erdgasproduzent Gazprom hat gestern seine Zahlen für das dritte Quartal 2016 vorgelegt. Obwohl der Gaspreis für den wichtigen deutschen Markt in diesem Zeitraum auf ein 12-Jahrestief gefallen war, erzielte das Unternehmen immerhin noch einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Ein starker Start

Die klirrend kalten Temperaturen in Westeuropa lassen beim russischen Erdgasriesen Gazprom die Kasse klingeln. Nachdem der Energieriese für 2016 Rekord-Absatzzahlen erzielen konnte, deuten nun die ersten Daten für das beginnende Jahr an, dass auch 2017 ein historisch gutes für Gazprom werden könnte. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Rekord!

Trotz der politischen Eiszeit zwischen Russland und den Staaten der Europäischen Union lief es für Gazprom 2016 operativ in Westeuropa richtig gut: Der weltgrößte Erdgasproduzent hat neue Rekorde erzielen können. So kletterte etwa der Absatz nach Deutschland um weitere zehn Prozent auf 49,8 … mehr