Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Brüssel macht jetzt ernst

Das neben der Pipeline nach China wohl wichtigste Projekt für Gazprom dürfte aktuell die Schwarzmeer-Pipeline South Stream sein. Diese soll russisches Erdgas unter Umgehung der Ukraine über Bulgarien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Westeuropa leiten. Zuletzt konnte das Gazprom-Management diesbezüglich einige Teilerfolge verbuchen. Nun übt allerdings Brüssel Druck auf Serbien aus und drängt den Staat, der auf einen Beitritt in die EU hofft, zum Baustopp. So hat die Kommission dem Balkanstaat "empfohlen“ den Bau der Pipeline "vorerst" zu stoppen bis die rechtlichen Unsicherheiten bezüglich des Projekts geklärt sind.

Offene Rechtsfragen

Brüssel stört sich daran, dass Gazprom bei der Pipeline South Stream sowohl Gaslieferant als auch Betreiber wäre. Dies verstoße gegen EU-Recht. Der Gazprom-Partner bei diesem Projekt, Österreichs Energieriese OMV, hielt jüngst dagegen. Eine abschließende rechtliche Klärung des Sachverhalts steht noch aus. Gazprom versucht offenbar noch so schnell wie möglich Fakten zu schaffen, Brüssel will diesen Versuch nun torpedieren.

Ein Kauf – aber nur für Mutige

Die Aktie von Gazprom bleibt angesichts der enorm günstigen Bewertung nach wie vor ein klarer Kauf – wegen der bestehenden politischen Risiken allerdings ausnahmslos für mutige Anleger. Der Stopp sollte bei 4,70 Euro belassen werden.

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