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- Fabian Strebin - Redakteur

Update: Deutsche Bank feuert DWS-Chef

Die Aktie der DWS Group kommt nicht in die Gänge. Seit dem Börsengang im Frühjahr diesen Jahres hat der Titel mehr als 20 Prozent verloren. Und die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig.

Im abgelaufenen Quartal hat der Vermögensverwalter schon wieder 2,70 Milliarden Euro an Abflüssen verkraften müssen. Im Gesamtjahr sind es bisher mehr als 15,0 Milliarden Euro. Die Jahresziele wurden längst kassiert. Nun soll eine Partnerschaft mit der französischen Investmentfirma Tikehau und der italienischen Versicherer Generali wenigstens im kommenden Jahr den Absatz um drei bis fünf Prozent gemessen am veralteten Vermögen erhöhen.

Gemischtes Bild bei Flagschifffonds

Nach einer Schwächephase nähert sich wenigstens der Absatz des Fonds „Top Dividende“ wieder dem positiven Bereich. Auch beim Mischfonds „Concept Kaldermorgen“ gibt es eine Erholung. Unbekannt ist hingegen die Entwicklung der beiden Flagschifffonds „DWS Deutschland“ und DWS Aktien Strategie Deutschland“. Diese Fonds wurden von Tim Albrecht betreut, der im September zur Privatbank Berenberg gewechselt ist. Seitdem gibt es keine aktuellen Absatzzahlen. Zuvor gab es jedoch beim „DWS Deutschland“ Abflüsse von mehreren hunderten Millionen Euro.

Derzeit kein Investment

Die DWS steht unter Druck, ihre Ziele in einem herausfordernden Markt zu erreichen. Dabei sind viele Probleme hausgemacht. Beispielsweise sind die Kosten mit einer Kosten-Ertrags-Quote von 70,1 Prozent im dritten Quartal noch immer über dem Zielwert von 65 Prozent. Diese Kostenquote kann der Vermögensverwalter nur erreichen, wenn es wieder zu Nettomittelzuflüssen kommt und die Marktentwicklung solide bleibt.

Bei der Bewertung ergibt sich ein uneinheitliches Bild: Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 ist die Aktie vergleichsweise günstig. Das KGV von zwölf liegt jedoch über dem Durchschnitt der Peergroup von zehn.

DER AKTIONÄR rät derzeit von einem Engagement bei der DWS ab. Mit Blackrock gibt es eine bessere Alternative in den USA.

UPDATE

Die Muttergesellschaft Deutsche Bank zieht die Konsequenzen aus den Milliardenabflüssen und schasst DWS-Chef Nicolas Moreau. Der vom damaligen Deutsche-Bank-Chef John Cryan ins Boot geholte Banker muss laut entsprechenden Informationen seinen Posten mit sofortiger Wirkung räumen. Moreau, der auch im Vorstand der Muttergesellschaft sitzt, wird zum Ende des Jahres das Unternehmen verlassen.

Auf Nicolas Moreau wird Asoka Woehrmann folgen, der bereits seit 1998 bei der Deutschen Bank in verschiedenen Positionen tätig war. Zuletzt saß Woehrmann im Aufsichtsrat der DWS Group.

Bedeutend ist allerdings, dass Woehrmann im Gegensatz zu seinem Vorgänger Moreau voerst keinen Vorstandsposten in der Muttergesellschaft erhalten wird. Die DWS Group verliert somit ihre starke Verankerung im Vorstand der Deutschen Bank. An der Börse geht es für die DWS-Aktie nach der Bekanntgabe des Chefwechsels etwas bergauf.

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