Roche
- Marion Schlegel - Redakteurin

Dividendenperle Roche: Übernahme – wird der Aufschlag höher als 122 Prozent?

Die Übernahme des US-Biotechunternehmens Spark Therapeutics durch die Schweizer Roche Holding geht erneut in die Verlängerung. Wie die beiden Unternehmen mitteilten, hat Roche die Angebotsfrist nun bis zum 14. Juni verlängert. Zuvor wurde die Deadline bereits auf den 3. Juni verschoben. Ursprünglich sollte der Deal bereits Anfang April in trockenen Tüchern sein. Roche hatte im Februar angekündigt, Spark für 114,50 Dollar je Aktie beziehungsweise 4,3 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Vor Ankündigung des Deals notierte die Aktie von Spark bei 51,56 Dollar. Die Offerte bedeutet demnach einen Aufschlag von 122 Prozent.

Roche will so viel Geld in die Hand nehmen, weil man damit auf einen Schlag zu einem führenden Unternehmen im zukunftsträchtigen Bereich Gentherapie aufsteigen würde. Zudem hat Spark eine neuartige Gentherapie zur Behandlung der Bluterkrankheit (Hämophilie A) in der Pipeline, die schon bald auf den Markt kommen könnte. Damit könnten die Schweizer das Portfolio rund um das zugelassene Medikament Hemlibra ausbauen. Spark Therapeutics hat aber auch auf der Zulassungsseite bereits von sich Reden gemacht. Mit der Zulassung von Luxturna (gegen die RPE-65-vermittelte vererbte Netzhautdystrophie) gelang der Biotech-Gesellschaft die erste Zulassung einer Gentherapie mit einem AAV-Vektor überhaupt.

Von den Spark-Aktionären erhält Roche Gegenwind. Bislang wurden nur 21 Prozent der ausstehenden Aktien von Spark Therapeutics angedient. Bereits vor einigen Wochen hatten mehrere Aktionäre des US-Spezialisten für Gentherapie an einem Gericht in Delaware Klage gegen die eigene Firmenspitze eingereicht. Spark Therapeutics wird vorgeworfen, wichtige Informationen vorenthalten zu haben. Laut den Klageschriften sei es nicht nachvollziehbar, ob der offerierte Preis auch „fair“ sei. Es könnte sich nun durchaus dahingehend entwickeln, dass Roche sein Übernahmeangebot nachbessern muss, um die Spark-Aktionäre zu überzeugen. Allerdings muss Roche aufpassen, dass der Deal am Ende dann nicht zu teuer wird.

Roche-Aktionäre bleiben weiter an Bord, sie sollten aber die wichtige Unterstützung in Form der 200-Tage-Linie im Auge behalten. Seit der Empfehlung des AKTIONÄR notiert die Aktie gut 20 Prozent im Plus. Nicht zu verachten ist die gute Dividendenausschüttung der Schweizer: Derzeit beträgt die Rendite 3,3 Prozent.

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