Commerzbank
- Fabian Strebin - Redakteur

Commerzbank: Es wird ungemütlich

Die Anforderungen an das Eigenkapital bei Großbanken werden wohl weiter verschärft. Zumindest wenn es nach den EU-Aufsehern geht. Warburg Research senkt den Daumen. Wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Den letzten EZB-Stresstest hat die Commerzbank mit Ach und Krach bestanden. Doch ob ihre Kapitalausstattung auch in Zukunft noch ausreichen wird, um die Aufsicht zufriedenzustellen, steht in den Sternen. Denn die EU plant eine härtere Gangart bei der Risikomessung der Banken. Durch interne Modelle rechneten die Finanzinstitute bisher ihre Risiken bewusst klein, so vermuten die Bankaufseher. Der Nebeneffekt: Umso geringer die Risiken, umso weniger Kapital muss vorgehalten werden. Nach Insiderangaben wären vor allem Großbanken wie die Commerzbank von der Verschärfung betroffen.

Warburg Research skeptisch

Die Analysten von Warburg Research haben in einer aktuellen Studie ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie angepasst. Statt bisher 10,10 Euro sehen sie den Titel nun bei 6,10 Euro fair bewertet. Die Empfehlung bleibt aber unverändert auf „Hold“. „Der Grund für die Zielsenkung bei der Commerzbank sind die deutlich gekürzten Gewinnschätzungen und die niedrige Bewertung der Konkurrenz“, so Analyst Andreas Pläser.

Halteposition

Wie schlimm die Eigenkapitalverschärfung tatsächlich wird, weißt derzeit noch niemand. Die Commerzbank leidet derweil weiter unter der Zinspolitik der EZB. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von nur 0,26 ist der Titel extrem günstig bewertet. Damit sich das Chartbild merklich aufhellt, müsste der Kurs in Richtung des horizontalen Widerstandes bei 6,50 Euro laufen. Dort liegt auch die 90-Tage-Linie. Trader können eine Position aufbauen, investierte Anleger bleiben dabei.

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