Rocket Internet
- Sebastian Schinhammer - Redakteur

Rocket Internet: Das sagt Berenberg zum Lazada-Verkauf

Wie Der AKTIONAER gestern berichtete, verkauft Rocket Internet 44 Prozent seiner Beteiligung an der E-Commerce Plattform Lazada, die in Südostasien aktiv ist, an den großen Konkurrenten Alibaba – für 120 Millionen Euro. Mit 8,8 Prozent ist Rocket Internet weiterhin bei Lazada involviert. Soweit die nackten Zahlen.

Den Teil-Exit sehen die Experten von der Privatbank Berenberg als gute Neuigkeit an. Als Ziel für die Aktie geben die Analysten 53 Euro aus. Die Analysten machen drei Gründe aus, warum der Verkauf von Lazada positiv zu bewerten ist.

Die E-Commerce Plattform sei neben Hellofresh eine Beteiligung, deren Management angekündigt habe, in nächster Zeit größere Verluste einzufahren. Grund: Mit Hilfe von massiven Marketing-Investitionen wolle man Marktanteile gewinnen. Diesen Schuh muss sich Rocket Internet somit im Falle von Lazada nicht mehr anziehen. Somit sinkt der Anteil an notwendigen Investionen für Rocket Internet für seine Beteiligungen.

Durch den Exit an Alibaba steigen natürlich auch die baren Geldmittel von Rocket Internet, die sich im November noch auf 1,7 Milliarden Euro belaufen haben. Dazu schreibt Berenberg: “Unserer Ansicht nach seien Sorgen, ob Rocket Internet weitere Investitionen stemmen kann, für die kommenden Jahre unbegründet.”

Und Argument Nummer drei: Berenberg hatte seit langem schon die Befürchtung, dass Lazada aufgrund des intensiven Wettbewerbs von Alibaba verdrängt worden wäre. Siehe da: Der große Internet-Riese kauft den kleinen Wettbewerber zu einer “substanziellen Bewertung” heißt es vom Bankhaus. Also seien die Ängste von Beobachtern, Rocket Internet könnte keine werthaltigen Geschäftsmodelle etablieren, erstmal besänftigt. 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Margin Call -
    Die Aussagen sind total unlogisch. Es ist doch normal, dass Internet-stark wachsende Startups Verlustbringer sind – bei Amazon wurden die Verluste regelmäßig gefeiert. GoPro hat die frühe Profitabilität nicht genützt. Was bei Investoren zählt, ist die Perspektive. Wenn am Ende der aggressiven Wachstumsphase eine starke, profitable Marktposition steht, dann ist das genau der Business Case, den die VC suchen und ihren Geldgebern immer anpreisen. Rocket ist nichts anderes als ein VC, nur eben börsennotiert. Man könnte es auch so interpretieren: Rocket ist vielleicht doch nicht in der Lage, werthaltige Geschäftsmodelle zu etablieren und zieht sich aus dem wahrscheinlich spannendsten und am stärksten wachsenden E-Commerce-Markt der Welt zurück. Statt Startups in große, starke Unternehmen zu entwickeln, kehrt man vielleicht eher zu der alten Strategie zurück: Einfach einen Klon starten und dann dem Platzhirsch zum Kauf anbieten. Ob das auf die Dauer gut geht?

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: