DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Noch 24 Stunden bis Draghi - Anleger hoffen auf frische Milliarden

Mario Draghi hat - mal wieder - Hoffnungen geschürt: "Der EZB-Rat ist fähig, entschlossen und willens zu handeln." Und: "Wenn wir den Willen haben, unser Ziel zu erreichen, dann haben wir auch die Mittel dazu." Bei der Sitzung am morgigen Donnerstag (10.3.) in Frankfurt könnte die Europäische Zentralbank weitere Schritte im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche beschließen - fast genau ein Jahr nach dem Start eines milliardenschweren Anleihenkaufprogramms.

Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Währungshüter den Strafzins nochmals verschärfen, den Banken bezahlen müssen, wenn sie kurzfristig Geld bei der Notenbank parken. Seit Dezember liegt er bei 0,3 Prozent. Die durchschnittliche Schätzung für den neuen Einlagenzinssatz liegt bei -0,5 Prozent.

Möglich wäre auch eine Staffelung dieses Zinses je nach Höhe der Einlagen. Müssen Banken mehr für das Bunkern von Liquidität zahlen - so die Theorie - bringt sie das eher dazu, das Geld als Kredit an Verbraucher und Unternehmen weiterzureichen.

Höhere Anleihenkäufe?

Theoretisch könnte die EZB auch das Volumen ihrer monatlichen Anleihenkäufe aufstocken oder Grenzen aufweichen, die im Rahmen ihres QE-Programms eingezogen wurden. Eine dieser Vorschriften besagt, dass die Zentralbank nicht mehr als 33 Prozent der Anleihen eines Staates kaufen darf. Solche Schritte sind im EZB-Rat aber wesentlich umstrittener als das Thema Strafzinsen.

DAX bei 9.800

Die Aussicht auf frische EZB-Milliarden treibt den DAX am frühen Donnerstagnachmittag wieder nach oben. Zusätzliche Impulse liefern ein fallender Eurokurs (wieder unter 1,10 Dollar) und ein sich stabilisierender Ölpreis (über 40 Dollar). Der deutsche Leitindex setzt damit seinen jüngst eingeschlagenen Aufwärtstrend fort und könnte eventuell noch vor der Draghi-Pressekonferenz am Donnerstag 13:45 Uhr MEZ die Marke von 9.900 Punkten antesten.

Long-Position im Plus

DER AKTIONÄR hat am Vormittag zum Kauf einer Long-Position geraten. Wer investiert ist, sollte darüber nachdenken, den Stoppkurs auf Einstand nachzuziehen. Neueinsteiger warten ab, ob dem DAX der Sprung über den wichtigen Widerstand bei 9.900 Punkten gelingt. Mehr zum DAX sehen Sie im täglichen DAX-Check bei DER AKTIONÄR TV (www.deraktionaer.tv) oder lesen Sie an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Null Bock! DAX ignoriert gute Vorgaben

Der DAX kann am Donnerstagmorgen die guten Vorgaben aus Asien - der Nikkei sprang zeitweise um mehr als zwei Prozent nach oben - nicht nutzen. Im Gegenteil: Der XDAX notiert im frühen Handel unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Auch die von der OPEC beschlossene Drosselung der Erdölförderung und in … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Das Kaufsignal: Gebert-Indikator springt auf Grün - bei diesen Aktien geht die Rallye weiter +++ Morphosys: Biotech-Perle vor dem Durchbruch +++ Absturz: So geht es jetzt mit dem Goldpreis weiter

Der Gebert-Indikator gehört aufgrund seiner hohen Trefferquote in Backtests und realem Einsatz zu den bekanntesten Gesamtmarkt-Indikatoren in Deutschland. Wer den Signalen, die seit 1996 im Aktionär publiziert werden, gefolgt ist, hat mit einer Performance von insgesamt plus 2072 Prozent den DAX um … mehr