Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Mehr Kontrolle - Aktie rutscht wieder ab

Die Deutsche Bank will sich mit einem Sonderbeauftragten für interne Kontrolle gegen weitere Skandale wappnen. Der Schritt ist sinnvoll: Zuletzt hatten mehrere Skandale das Vertrauen der Anleger in Deutschlands Marktführer erschüttert.

Zum 1. Januar 2014 wird Thomas Poppensieker von der Unternehmensberatung McKinsey in das Geldhaus wechseln und das Programm zur Stärkung der Kontrollstrukturen über alle Geschäfts- und Infrastrukturbereiche hinweg leiten, gab die Deutsche Bank bekannt. Der 43-Jährige wird direkt an die beiden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain berichten. Die Co-Chefs bezeichneten Poppensieker als anerkannten Experten "mit fundierter Erfahrung im Bereich Risikomanagement und Regulierung".

Hohe Strafen

Deutschlands größte deutsche Bank war zuletzt immer wieder im Visier der Ermittlungsbehörden. Erst Anfang Dezember verhängte die EU-Kommission im Libor-Skandal wegen verbotener Absprachen bei Zinssätzen die Rekordstrafe von 725 Millionen Euro gegen das Institut.

Auch wegen der juristischen Altlasten verdiente das Geldhaus im dritten Quartal deutlich weniger: Für Rechtsrisiken legte die Bank weitere 1,2 Milliarden Euro zurück. Insgesamt waren damit 4,1 Milliarden Euro für mögliche juristische Niederlagen reserviert - aus diesen Rückstellungen deckt das Institut auch das jüngste Bußgeld im Libor-Skandal weitgehend ab.

Für Geduldige

Die Deutsche Bank verliert am Dienstag 0,3 Prozent und rutscht unter die Marke von 34 Euro. Es besteht die Gefahr, dass der Titel aus der Keilformation nach unten ausbricht. Damit würde der Titel ein charttechnisches Verkaufssignal generieren. Fundamental sieht es allerdings deutlich besser aus. Die Aktie ist mit einem 2014er-KGV von 9 sehr günstig zu haben. Geduldige Anleger steigen ein und setzen den Stopp bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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