DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Directors’ Dealings: Kauft der Vorstand, ist meist was im Busch

Vorstände und Aufsichtsräte greifen bei Aktien der eigenen Gesellschaft derzeit kräftig zu. Diese Directors’ Dealings, also legale Insiderkäufe von Unternehmensorganen, haben sich als guter Qualitäts- und insbesondere Timingindikator erwiesen.

Was liegt näher, als auf die zu hören, die es am besten wissen sollten? Niemand kennt den wahren Wert einer Gesellschaft besser als Vorstand und Aufsichtsrat. Die Führungskräfte besitzen Informationen, von denen die Allgemeinheit noch keine Kenntnis hat. Sie wissen vor allen anderen, wie sich die Auftragslage entwickelt. Zudem können diese Insider die faire Bewertung ihrer Gesellschaft gut einschätzen und Übertreibungen – sowohl bei fallenden, aber auch bei steigenden Kursen – schnell erkennen. Dagegen tappt Otto Normalanleger zunächst im Dunkeln. Wenn die Gründe für eine übertriebene Kursbewegung bekannt und analysiert sind, gehört die gute Einstiegsgelegenheit meist auch schon wieder der Vergangenheit an. „Unternehmensinsider sind naturgemäß am nächsten an der Geschäftsentwicklung dran und wissen viel früher als der Markt, wie die Auftragslage sich entwickelt. Und wenn die Insider kaufen, so ist dies häufig ein Zeichen, dass das Geschäft gut weiterläuft und die Nachrichtenlage positiv bleibt. Insbesondere Aufsichtsräte sind besonders treffsicher“, sagt Manuel Hölzle, Chefanalyst beim Augsburger Research-Haus GBC.

Deckt sich also ein Unternehmenslenker mit seinem privaten Vermögen mit Aktien der eigenen Firma ein, könnte das auf anstehende Neuigkeiten oder eine tatsächliche Unterbewertung hindeuten. In jedem Fall bekommen Anleger einen guten Hinweis auf eine bevorstehende positive Aktienkursentwicklung. „Diese auch als Directors’ Dealings bezeichneten Transaktionen haben sich als guter Qualitäts- und insbesondere Timingindikator erwiesen“, so Hölzle. In den USA kann mittlerweile seit Jahrzehnten eine systematische Überrendite bei Insidertransaktionen nachgewiesen werden.

„Ähnliche Ergebnisse lassen sich auch bei der Untersuchung von Directors’ Dealings in Deutschland feststellen“, führt der Kapitalmarktexperte aus. Mit dem GBC-Insiderindikator hat Hölzle mit seinem Team ein Instrument entwickelt, welches ein allgemeines Stimmungsbild der deutschen Insider und damit Rückschlüsse auf die künftige Aktienmarktentwicklung vermittelt. Über alle Empfehlungen des GBC-Insiderindikators hinweg beläuft sich die durchschnittliche rollierende Rendite der Jahre 2013 und 2014 auf rund 12,5 Prozent. Der DAX schaffte im selben Zeitraum 9,4 Prozent, der MDAX sogar nur 7,7 Prozent.

Wenn Vorstand, Aufsichtsrat und Co eigene Aktien handeln, winken also meist überdurchschnittliche Renditen. Auf der Internetseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) können die Meldungen in einer Datenbank eingesehen werden. Eine Aufstellung der jüngsten Käufe und Verkäufe gibt es aber auch im Internet unter www.insiderdaten.de.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Bitcoin-Investoren im Rausch

7.500 US-Dollar - sind wir an einem Punkt angelangt an dem niemand mehr ernsthaft damit rechnet, dass der Bitcoin fallen wird. "Selbst wenn er jetzt um die Hälfte einbräche, wäre das nur die nächste "gesunde" Korrektur, bevor die Kurse wieder auf neue Hochs explodieren. Die Erfahrung aber zeigt, … mehr
| Advertorial | 0 Kommentare

DER ANLEGER: Aktien auf Rekordfahrt – So handeln Sie jetzt richtig! + Bitcoin, Immobilienaktien, GAFAM, TSI

Der Deutsche Aktienindex DAX steht in diesen Tagen so hoch wie noch nie in seiner Geschichte. Die Rekordfahrt der Aktien geht auch im achten Jahr der Hausse weiter. Allein auf Jahressicht hat das deutsche Börsenbarometer 20 Prozent an Wert gewonnen. Aktien sind damit die Anlageklasse der Stunde. … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX im Erholungsmodus: Gelingt das Umkehrsignal?

Am Vortag drohte der DAX völlig den Halt zu verlieren. Zeitweise schlug der deutsche Leitindex bei 12.850 Punkten auf und damit unterhalb einer wichtigen Unterstützungszone. Doch im Tagesverlauf legte der Blue-Chip-Index ein klassisches Reversal aufs Parkett, das heute fortgeführt wird. Hält sich … mehr
| Thomas Bergmann | 2 Kommentare

Korrektur läuft - so tief kann der DAX fallen

Jetzt also doch! Am deutschen Aktienmarkt sind die Unkenrufe erhört und der DAX ist auf Talfahrt geschickt worden. Der deutsche Leitindex setzt am Mittwoch seine Korrektur fort und droht weiter abzustürzen. Halten nicht bald die Bullen dagegen, droht ein Rückfall bis in den Bereich der … mehr