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Deutsche Bank: Gewinn bei Tochter Postbank bricht ein

Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz der Postbank. Für das abgelaufene Geschäftsjahr hat die Deutsche-Bank-Tochter einen deutlichen Gewinnrückgang ausgewiesen. Zur geplanten Re-Integration gab es dagegen keine Details.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern (EBIT) ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 10,5 Prozent auf 468 Millionen Euro geschrumpft. Der Konzerngewinn hat sich auf 317 Millionen Euro sogar fast halbiert. Die andauernden Belastungen aus dem Niedrigzinsumfeld habe die Bank nicht durch Kosteneinsparungen kompensieren können, teilte die Postbank am Donnerstag in Bonn mit. Zudem hätten Sondereffekte wie Maßnahmen zur Entflechtung zu Buche geschlagen.

Immerhin konnte das Institut seine Kapitalausstattung zuletzt deutlich verbessern und die harte Kernkapitalquote (CET1) zum Jahresende 2016 um 0,9 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent steigern. Erfolge konnte die Postbank außerdem bei Kredit-Neugeschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden melden: Mit einem Gesamtwachstum von 13,6 Prozent im Vergleich zu 2015 bewege es sich auf Rekordniveau.

„Hinter der Postbank liegt ein Jahr, in dem wir die Umsetzung unserer Management Agenda vorangetrieben und wesentliche Weichenstellungen für das Kundengeschäft vorgenommen haben. Trotz des schwierigen Umfelds haben wir dabei ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“, kommentierte Postbank-Chef Strauß die Zahlen.

Optimistischerer Ausblick, aber keine Details zu Reintegration

Für das laufende Geschäftsjahr hat der Vorstand einen positiven Ausblick gegeben und beim EBIT einen „deutlichen Anstieg“ in Aussicht gestellt. Für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern erwarte die Postbank im Jahr 2017 einen Anstieg im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Zu den Details, wie es zwischen Postbank und Deutscher Bank nun weitergeht, äußerte sich Strauß indes nicht. Ursprünglich hatte die Deutsche Bank geplant, sich von der Tochter zu trennen und die Postbank an die Börse zu bringen. Vor wenigen Wochen vollzog die Mutter jedoch die Kehrtwende und verkündete, dass die Tochter nun doch im Konzern bleiben und mit dem eigenen Privat- und Firmenkundengeschäft verschmolzen werden soll.

Deutsche Bank derzeit kein Kauf

Das schwache Ergebnis sowie die anhaltende Unsicherheit, wie es mit der Postbank weiter geht, belasten die Aktie ebenso wie die am Dienstag gestartete Kapitalerhöhung. Im ansonsten wenig veränderten DAX ist das Papier der Deutschen Bank mit einem Minus von rund 0,7 Prozent am Nachmittag der größte Verlierer.

Unter anderem wegen der erwartungsgemäß höheren Volatilität während der Kapitalmaßnahme hatte DER AKTIONÄR die Aktie kürzlich zum Verkauf gestellt – diese Empfehlung hat weiterhin Bestand.

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