Daimler
- Jochen Kauper - Redakteur

Daimler und Tesla wollen E-Sprinter bauen: Musk & Co bekommen ein "neues Fahrzeug zu überschaubaren Kosten"

Daimler und der Elektroauto-Pionier Tesla sprechen über mögliche gemeinsame Projekte. Diskutiert wird über eine gemeinsame Fertigung von Elektro-Lieferfahrzeugen. Ausgangspunkt der Geschichte sei der Tweet von Tesla-Chef Elon Musk im November gewesen. Musk hatte im November in einer Kurznachricht im Internet den Sprinter-Transporter von Daimler als "tollen Van" gelobt.

Es könne interessant sein, mit Daimler an einer elektrischen Version des Sprinters zu arbeiten - "wir werden da mal anfragen", hieß es von Musk. Kontakt zu Daimler nahm Tesla-Manager Jerome Guillen auf, der früher bei Daimler arbeitete. "Das war der Trigger zu diesen Gesprächen, die derzeit stattfinden - mit offenem Ausgang", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Autobaurs.

Macht ein Deal der beiden Firmen überhaupt Sinn?
Daimler bringt dieses Jahr zwei elektrische Versionen des Sprinters auf den Markt. Die Reichweiten betragen zwischen 115 und 150 Kilometer. Besonders im innerstädtischen Verteilerverkehr gelten elektrisch angetriebene Transporter als beste Lösung, die Abgasbelastungen in den Cities zu reduzieren.
Ob Daimler jedoch großen Nutzen aus der Partnerschaft ziehen kann? "Bei Daimler gewinnt man sicher vom Batterie-Knowhow bei Tesla und hat Zugriff auf Batteriefabriken wie die Tesla Gigafactories. Nicht schlecht", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut gegenüber dem AKTIONÄR.

"Tesla hat einen größeren Vorteil, da die Sprinter schon auf einer Plattform stehen und Tesla mit überschaubaren Kosten sowohl ein neues Fahrzeug als auch die Produktionskapazität ohne Invest hat. Für Tesla wäre es eine sehr charmante Investition bei der hohen Verschuldung. Kaum zusätzliches Invest und Kapital für ein zusätzliches Produkt bei zusätzlichem Umsatz", ergänzt Dudenhöffer.

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