ProSiebenSat.1 Media
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Crowd-Boom: 1.000-Prozent-Chance mit ProSiebenSat.1-Start-up?

Deutschland boomt – Start-up-Treffen wie Bits & Pretzels platzen aus allen Nähten. Auch Comedian Django Asül war nach München eingeladen und zunächst verwirrt: Er habe gehört, in der Szene sei „Gewinn scheiße“. Ihm sei gesagt worden, nur Feiglinge würden schwarze Zahlen schreiben, statt das Geld in Wachstum zu investieren.

In diesen augenzwinkernden Aussagen steckt viel Wahrheit. Nur kühne Charaktere gründen ein Start-up und nur Mutige geben ihnen Geld. Klar ist: Die Mehrheit der Firmen scheitert. Doch wer das Risiko liebt, wird dafür hin und wieder auch fürstlich entlohnt: Startet eine Geschäftsidee richtig durch, sind die Chancen für Investoren entsprechend groß, wie die Highflyer Facebook, Uber oder GoPro eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Lange Zeit konnten nur Venture-Capital-Firmen oder ausgewählte Investoren Frühphasen-Investments eingehen. Das hat sich grundlegend geändert. Auf Crowd-Plattformen unterstützen nun auch Privatanleger mit kleinen Beträgen das Geschäftsmodell ihrer Wahl. Selbst große Player werden auf die stark wachsenden Plattformen aufmerksam. So hat jetzt ProSiebenSa1.1-Ventures entschieden, zwei ihrer Schützlinge auf der Plattform Companisto zu präsentieren.

ProSiebenSat.1-Accelerator ist bei seinen Investments wählerisch. Weniger als zwei Prozent der Bewerbungen werden akzeptiert, derzeit umfasst das Portfolio 26 Firmen. Start-ups, die unter die Fittiche genommen werden, erhalten Beratung, Bürofläche und TV-Kampagnen in Sendern der Gruppe. Im Gegenzug sichert sich der große Partner oft fünf Prozent der Firmenanteile.

Crowd
1.000-Prozent-Chance
Jetzt kann jeder am Erfolg (oder Misserfolg) von zwei ProSieben-Start-up teilhaben. Hoch hinaus will etwa der Schuhverkäufer Jaimie Jacobs. Das Besondere ist das Internetportal. Dort kann sich der Kunde selbst einen Schuh zusammenstellen. Ob genäht oder geklebt, rote oder schwarze Schuhbänder – fast alles ist möglich. Gefertigt werden die individuellen Schuhe dann in der hauseigenen Manufaktur. Jaimie Jacobs hat im ersten Jahr seines Bestehens 52.100 Euro Umsatz erzielt und dabei – wie es sich für ein Start-up gehört – einen Verlust in Höhe von 68.282 Euro eingefahren. Doch die Zukunft soll mit großen Schritten erobert werden: In drei Jahren sieht die Finanzplanung bereits 38 Millionen Euro Einnahmen und einen operativen Gewinn in Höhe von elf Millionen Euro vor. Angesichts dessen erscheint die Pre-Money-Bewertung in Höhe von einer Million Euro auf dem ersten Blick als Schnäppchen. Denn Crowd-Investoren können in Form eines partiarischen Darlehens von einem künftigen Verkauf und bis dahin anfallenden operativen Gewinnen profitieren. Theoretisch können diese enorm sein. Wird aus dem kleinen Schuhhersteller wie geplant ein Riese und würden die Planungen erreicht, würde der Crowd-Investor dank 1.000 Euro Einsatz in vier Jahren satte 10.643 Euro Gewinnbeteiligung erhalten. Gelänge ein Verkauf der Firma für beispielsweise 12,5 Millionen, würde sich das Investment ebenfalls verzehnfachen.

Doch zunächst muss Jaimie Jacobs das Problem der hohen Retourenquote lösen und es schaffen, eine Marke zu etablieren. Zumindest bei Letzterem hilft die Crowd durch Mundpropaganda.
Auch das zweite ProSieben-Start-up Pablo & Paul hofft auf eine wachsende Bekanntheit und darauf, einige der Investoren als Kunden zu gewinnen. Zu kaufen gibt es über einen Onlineshop und klassische Verkaufsflächen Kunstgegenstände im Wert von 80 bis 2.500 Euro. Pablo & Paul setzt auf einen boomenden Markt, wäre aber nicht der erste Kunsthändler, der angesichts der großen Konkurrenz scheitert. Nur für Liebhaber und Mutige!

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