Starbucks
- Martin Mrowka - Redakteur

Coca-Cola macht nun auch in Kaffee – Starbucks zittert

Bewegung in der Getränke-Branche: Der amerikanische Erfrischungsgetränke-Konzern übernimmt vom britischen Restaurant- und Hotel-Konzern Whitbread die zweitgrößte Kaffeehaus-Kette der Welt, Costa Coffee. Das gefällt den Aktionären von Starbucks gar nicht.

Coca-Cola kauft für 3,9 Milliarden Pfund (etwa 4,4 Milliarden Euro) die internationale Kaffeekette Costa. Der britische Hotellerie- und Gastronomiebetreiber Whitbread hatte im Frühjahr angekündigt, sich von Costa trennen zu wollen. Die Amerikaner griffen nun überraschend schnell zu.

Konter gegen Nestlé

Mit dem Milliarden-Deal reagiert Coca-Cola auf den Konkurrenten Nestlé, die sich kürzlich für gut sieben Milliarden US-Dollar das Recht auf die weltweite Vermarktung sämtlicher Konsum- und Gastronomie-Produkte von Starbucks sicherten, mit Ausnahme der Starbucks-Cafés. Besonders in den USA wolle man seine Position verstärken, hieß es von den Schweizern.

Nun also Kaffee vom US-Getränkeriesen. Die Starbucks-Aktie ging heute auf Tauchkurs, Coca-Cola-Aktien bewegten sich kaum. Richtig stark reagierte aber die Whitbread-Aktie, die sich nun mit einem gut 15-prozentigen Kursanstieg aus einer mehr als zweijährigen Handelsspanne befreien konnte und den höchsten Stand seit 2015 erklomm.

Experten loben den Deal

Mehrere Händler und Experten fanden lobende Worte für den Deal. Michael Hewson von CMC Markets verwies auf die unter Druck stehenden Margen wegen des zunehmenden Wettbewerbs durch Konkurrenten wie Starbucks. Den Kaffeehaus-Ketten machen allerdings vor allem kleine, unabhängie Cafés zu schaffen.

Der Großteil des Verkaufserlöses dürfte an die Whitbread Aktionäre gehen, wie Hewson betont. Für die Briten bedeutet der Verkauf auch strategisch eine Entlastung. Das Management könne sich nun auf andere Geschäftsfelder konzentrieren, schrieb Davy-Analyst Joseph Quinn. Das gelte besonders für die Hotelkette "Premier Inn". Gerade in Deutschland biete der Markt für günstige Übernachtungen noch erhebliche Wachstumschancen, da selbst die größten Anbieter nicht über einen Anteil von zwei Prozent kämen.

Coca-Cola könne seinerseits das bestehende Angebot um Heißgetränke abrunden. Hier sei der US-Konzern als einem der wenigen Bereiche bei Getränken noch nicht vertreten. DER AKTIONÄR ist nach dem Kursabtaucher im Frühjahr wieder optimistisch für die Coca-Cola-Aktie und sieht ein Kursziel von 49 Euro. Mehr zu Getränke-Aktien können Sie in Ausgabe 35/18 nachlesen, die Sie hier noch herunterladen können.

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