Xilinx
- Benedikt Kaufmann

Chip-Branche: Angriff von Morgan Stanley bietet Kaufchancen bei Nvidia & Co.

Schwaches Sentiment und harte Worte von den Analysten. Der Chip-Sektor underperformt – bis auf wenige Ausnahmen – den breiten Markt. Doch insbesondere in einem trüben Gesamtmarkt lässt sich gut nach Einzelaktien fischen.

Zyklus am Ende?

Während der S&P in einem Monat 1,2 Prozent zulegen konnte, musste der Philadelphia Semiconductor Index einen Verlust von 2,2 Prozent verkraften. Eine klare Trendwende, nachdem der Chip-Sektor lange zu den deutlichen Profiteuren des laufenden Bullenmarkts gehörte.

Wortführend auf der Bärenseite zeigen sich wieder einmal die Analysten von Morgan Stanley. Am Mittwoch warnten sie erneut vor einer Korrektur aufgrund des sich aufstauenden Inventars. Insbesondere Chip-Hersteller in den Segmenten Automotive und Industrials dürften aufgrund einer schwächeren Nachfrage und den Preisanpassungen zu leiden haben. Zudem geht Morgan Stanley von niedrigeren Preisen bei Speicher-Chips aus. Das Abschwächen des Zyklus dürfte sich in Gewinnwarnungen für das vierte Quartal äußern. Dieses Szenario haben einige namhafte Analysten-Häuser wie Goldman oder Stifel übernommen. Auch Anlagenhersteller wie KLA-Tencor oder Applied Materials haben ihre Anleger bereits auf ein schwächeres zweites Halbjahr hingewiesen.

Teilweise Zustimmung

DER AKTIONÄR kann diesem Szenario jedoch nicht zu 100 Prozent zustimmen. Die Investitionszyklen im Bereich Industrials und Speicher sind für das zweite Halbjahr tatsächlich schwächer zu erwarten. Doch abseits der Foundry-Kunden, die aufgrund hoher Nachfrage in den vergangenen Jahren verstärkt investierten, dürften sich zahlreiche Chancen bei Fabless-Herstellern bieten.

So ist an dieser Stelle auf Xilinx hinzuweisen, die sich gerade einen neuen Umsatztreiber im Bereich KI und 5G schafft. Auch eine der bestperformenden AKTIONÄR-Empfehlungen, die Aktie von AMD, stammt aus dem bereits seit Ende 2017 von Morgan Stanley totgesagten Chip-Sektor. Abseits davon stellt sich die Frage, ob bei Aktien wie Micron mit einem 19er-KGV von 4 nicht bereits ein gewisser Preiseinbruch aufgrund eines sich aufstauenden Inventars eingepreist ist.

Die Aufstellung fürs Depot

DER AKTIONÄR meint: Über den Stand des Chip-Zyklus lässt sich aufgrund des „erwarteten“ Investitionsrückgangs keine Aussage treffen. Die Branche geht eher kurz vom Gas, um einen neuen Gang einzulegen. Megatrends (KI, Autonomes Fahren und 5G) bringen Chancen bei Fabless-Herstellern wie Xilinx, AMD, Infineon, Broadcom oder Nvidia. Von Zulieferern wie Applied Materials oder KLA-Tencor sowie vor großen Foundry-Aktien wie Samsung oder TSMC ist jedoch, solange der Capex-Trend nicht wieder anzieht, Abstand zu halten. Zudem schützt auch ein diversifiziertes Produktsegment (Intel) nicht vor einem schwachen Gesamtmarkt.

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