Cancom IT Systeme
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Cancom: Wann kommt das nächste Kaufsignal?

Beim IT-Dienstleister Cancom wurde es nach der erfolgreichen Mehrheitsübernahme von Pironet ruhig. Die Aktie konsolidiert auf einem hohen Niveau. Welche Chartmarken sind wichtig? Wann kommt das nächste Kaufsignal?

75-Prozent-Mehrheit

Cancom hält rund 75 Prozent der Pironet-Aktien. Wie Cancom-Chef Klaus Weinmann im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärte, sind weitere Zukäufe bei Pironet zunächst nicht geplant. „Wir haben kein Interesse an zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand, der mit dem Erwerb der restlichen Aktien verbunden ist und kümmern uns lieber ums Geschäft“, so der Vorstandschef. Dafür sieht sich die Firma offenbar nach weiteren Zielen um: "Wir sind an weiteren Übernahmen dran und in guten Gesprächen. Es könnte jederzeit News geben, planbar sind solche Verhandlungen jedoch nicht", verrät Weinmann.

Im Hinblick auf das zurückliegende vierte Quartal dürften die Münchener nach Einschätzung des AKTIONÄR gute Zahlen vorlegen. „In der IT-Branche hat es grundsätzlich ein sehr gutes Q4 gegeben. Viele Firmen dürften gute Zahlen melden“, so die Einschätzung von Weinman. Hauck & Aufhäuser geht davon aus, dass Cancom 2013 rund 590 Millionen Euro umgesetzt hat und operativ 34 Millionen Euro verdient haben dürfte.

Mehr Cloud, deutlich mehr Gewinn

Der durch die Pironet-Übernahme forcierte Wandel zum Cloud-Anbieter mit einem hohen Anteil wiederkehrender Umsätze und hohen EBITDA-Margen jenseits von 30 Prozent sollte sich in den nächsten Quartalen beschleunigen. Bisher konnte Cancom aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht so viele Cloud-Aufträge annehmen, wie möglich gewesen wären. Dieser Flaschenhals weitet sich durch den Zukauf merklich, sodass die cloudbasierten Umsätze in den kommenden Quartalen anziehen dürften.

Bei Margen von mehr als 30 Prozent ist ein überproportionaler Ergebnisanstieg in den nächsten Jahren zu erwarten. Geht es nach den Analysten von Hauck & Aufhäuser, wird Cancom schon im laufenden Jahr mit 16 Millionen Euro knapp ein Drittel des operativen Ergebnisses mit Cloud-Diensten erwirtschaften. Im kommenden Jahr soll der Anteil bereits Richtung 40 Prozent gehen.

Aktie im Konsolidierungsmodus

Die Aktie tendiert seit mehreren Tagen seitwärts. Die Konsolidierung findet bislang auf einem hohen Niveau statt, was ein Indiz für einen starken Aufwärtstrend ist. Erst unter 32,50 Euro trübt sich das kurzfristige Bild etwas ein. Dann könnte die alte Ausbruchsmarke bei 29,40 Euro in den Fokus rücken. Ein neues Kaufsignal generiert der TecDAX-Wert bei einem Ausbruch über das bisherige Allzeithoch bei 34,85 Euro. Dann könnte auch zeitnah das Kursziel von Hauck & Aufhäuser bei 42 Euro in greifbare Nähe rücken.

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