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BASF: Hurra, Monsanto gibt bei Syngenta auf

Monsanto wird Syngenta nicht übernehmen und davon profitiert BASF. So sieht es zumindest das "Manager Magazin". Das Kursplus von BASF scheint dafür zu sprechen.

Monsanto, ein auf gentechnisch verändertes Saatgut spezialisiertes US-Unternehmen, wird Syngenta, einen auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel fokussierten Konzern aus der Schweiz, nicht kaufen. Damit platzt die weltgrößte Übernahme in der Branche der landwirtschaftlichen Chemie. Das "Manager Magazin" erwartet ein Abflauen der Übernahmeaktivitäten in dieser Industrie. BASF habe es nun wieder leichter, denn der weltgrößte Chemiekonzern habe einem Investmentbanker zufolge Angst gehabt, Monsanto würde durch die Akquisition zum weltgrößten Konzern für Saatgut und Pflanzenschutzmittel.

An die Kartellwächter denken
So einfach ist es jedoch nicht: Ob zwei Konzerne als Wettbewerber oder einer, mit den Produkten dieser zwei, bleibt sich fast gleich, auch wenn Monsanto/Syngenta als einer der Konkurrenten riesengroß geworden wäre. Die Wettbewerbsbehörden hätten deshalb höchstwahrscheinlich eine Marktbeherrschung verhindert.

Ein zwingender Wachstumsmarkt
Der Markt für landwirtschaftliche Chemie wächst und muss wachsen, denn die Zahl der Menschen wächst und jeder einzelne davon hat ein Recht auf ausreichende und ausgeglichene Ernährung. Doch der Anteil dieses Geschäfts in der BASF-Bilanz ist gering, wenn auch steigend. Unter den fünf beziehungsweise sechs Sparten von BASF, wenn "Sonstiges" als Sparte gewertet wird, ist das Segment chemischer und biologischer Pflanzenschutz, Saatgut-Behandlung und Wassermanagement (Agricultural Solutions) die kleinste beziehungsweise zweitkleinste. "Sonstiges" ist noch kleiner und dort werden auch die Ergebnisse des Geschäftsbereichs Pflanzenforschung (Plant Science) ausgewiesen.

Profitabel und wachstumsstark
Im vergangenen Jahr legte der Umsatz der Sparte "Agricultural Solutions" um 4,2 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro zu, was einem Anteil von 7,3 Prozent am Gesamterlös ausmacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 8,3 Prozent auf 1,11 Milliarden Dollar, was einem Anteil von 14,5 Prozent am Gesamt-EBIT entsprach. Im ersten Halbjahr 2015 stieg der Spartenerlös im Jahresvergleich um 0,7 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro (8,8 Prozent des Konzernerlöses) und das EBIT sank um 15,7 Prozent auf 365 Millionen Euro (17,9 Prozent Anteil am Konzern-EBIT).

China zählt, sonst nichts
Agrarchemie ist ein wichtiger und profitabler Zukunftsmarkt und BASF ist dort sehr gut aufgestellt, wie die Zahlen belegen. Für Jubel wegen der gescheiterten Übernahme von Syngenta durch Monsanto besteht jedoch kein Grund. Der aktuelle Kursanstieg ist nur eine Erholung nach dem jüngsten weltweiten Kursabsturz aufgrund der Angst vor einer schwächeren Konjunktur in China. Derzeit zählt einzig die Einschätzung der künftigen Weltwirtschaftslage für den Aktienkurs von BASF. Da auch das Chartbild schlechter geworden und die Aktie ausgestoppt worden ist, sollten Anleger zunächst auf ein wieder freundliches Chartbild warten.


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