Barrick Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Barrick Gold geht in die Knie – die Gründe

Das Comeback der Minenaktien erhielt im gestrigen Handel einen kräftigen Dämpfer. Während der Goldpreis rund ein Prozent nachgegeben hat, rauschte der Goldminenindex HUI rund drei Prozent in die Tiefe. Auch die Aktien von Barrick Gold mussten Federn lassen. Warum nur?

Es ist eine alte Weisheit an der Börse: Mit Goldminenaktien erwirbt man einen Hebel auf den Goldpreis. Sprich: Man profitiert im Normalfall überproportional von einem Anstieg des Goldpreises. Auf der anderen Seite spiegeln sich auch fallende Goldpreise überproportional in Kursverlusten wider. Dazu kommt auch, dass das Umfeld für Aktien im Allgemeinen derzeit alles andere als freundlich ist.

Geringere Produktion und Reserven

Bereits gestern hatten wir darüber berichtet, dass die Sorgen bei Barrick wachsen, dass sowohl Produktion als auch Reserven drastisch zurückgehen könnten. Diese Angst zeigt sich auch im Kursverlauf. Freilich, das ganze grenzt jetzt schon an eine Komödie. Analysten hatten gefordert, dass sich Barrick von teuren Minen trennen soll. Dies hat Barrick getan. Das logische Ergebnis ist eine geringere Produktion als auch geringere Reserven. Daher kann es eigentlich niemand überraschen. Zudem erfolgt die Bewertung der Reserven zu einem niedrigeren Goldpreis als noch im vergangenen Jahr. All dies ist eben nicht überraschend. Übrigens: Gewissheit werden Analysten und Anleger am 13. Februar erhalten. Dann legt Barrick Gold seine Zahlen für das abgelaufene Jahr vor.

Wenn das als Gründe für den Kursrutsch von gestern angeführt wird, dann ist das schlicht und ergreifend vorgeschoben. Etwas anderes ist unserer Ansicht nach wahrscheinlicher. Barrick hat sich im vergangenen Herbst mit einer riesigen Kapitalerhöhung Luft verschafft. Die Aktien wurden in einem so genannten „bought deal“ bei einem Bankenkonsortium platziert. Dort könnte durchaus noch ein Überhang an Barrick-Aktien vorhanden sein, die bei höheren Kursen sukzessive platziert werden. Dies könnte kurzfristig noch auf der Aktie lasten. Anleger sollten sich davon nicht verunsichern lassen. Der Druck sollte oberhalb der 18,00-Dollar-Marke enden. Dort lag der Platzierungspreis.

Der gestrige Tag zeigt: Die Volatilität auf dem Goldmarkt ist nach wie vor hoch. Doch wenn sich der Goldpreis im laufenden Jahr stabilisiert, dann haben die verprügelten Goldminenaktien hohes Aufholpotenzial. Mutige Anleger nutzen die Kursschwäche zum Aufbau einer Position beim Marktführer Barrick Gold.

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