AKASOL
- Jochen Kauper - Redakteur

AKTIONÄR Hot Stock Akasol: Batterien für Elektro-Busse und Brummis

Ursprünglich war Aksaol eine kleine Bastelbude einiger kreativer Studenten der Universität Darmstadt. 1990 wurde das Rennsolarmobil mit dem lustigen Namen „Pinky“ gebaut. „Pinky“ heimste drei Weltmeistertitel bei der „Tour de Sol“ ein und hatte drei Jahre später mit „Chili“ einen würdigen Nachfolger. „Chilli, ein Elektroauto, vollgepackt mit einem Nickel-Cadmium-Akku, der 100 Kilometer weit reichte.
Ein Ausrufezeichen setzten die Uni-Tüftler mit OScar (Open Source Car). OScar bekam eine 250 Kilogramm schwere Batterie verpasst, die den E-Flitzer stolze 300 Kilometer weit brachte.
Aus der „Akademischen Solartechnikgruppe“ der Uni Darmstadt  wurde im Jahr 2008 Akasol. Heute wird Akasol von Sven Schulz geleitet. Mit seinem 100 Mann starken Team baut Schulz Batteriemodule für Hybrid- und Elektroautos sowie für Elektrobusse. Einer der ersten Elektroflitzer, bei dem Akasol-Batteriesysteme verbaut wurden, war übrigens der Artega von Paragon.


Schulz hat in den vergangenen Monaten einige spannende Deals eingefädelt. Daimler und Volvo schmücken zum Beispiel die Kundenliste. Zudem wird Akasol für einen „großen und führenden deutschen Automobil- und Nutzfahrzeughersteller“ ein regionales Netz an Ladestationen aufbauen. Ein Pilotprojekt. Ein Auftrag mit Upside-Potenzial.

Saubere Städte
DER AKTIONÄR geht davon aus, dass die aktuelle Diskussion rund um Diesel-Fahrverbote in Städten wie Stuttgart, Frankfurt, Berlin und Hamburg Firmen wie Akasol in die Karten spielt. Stinkende Brummis oder Busse passen heutzutage einfach nicht mehr ins moderne Stadtbild.
Die Innenstädte sollen sauberer werden, bessere Luft durch neue Antriebsformen wie Elektromotoren oder Wasserstoffantriebe. Akasol-Manager Sven Schulz muss den ganzen Rummel um den Diesel nicht haben. Er will einfach saubere Elektrobusse auf die Straßen bringen. Punkt!

Sportliche Zuwächse
Schon jetzt hat Akasol sportliche Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn. In den ersten neun Monaten lagen die Erlöse bei 13,6 Millionen Euro, plus 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das EBIT lagt bei 1,2 Millionen Euro. Analyst Karsten Iltegen vom Bankhaus Lampe ist von der Entwicklung Akasols beeindruckt. Iltgen hat für Akasol ein positives Szenario verfasst. „Eine Umsatzschätzung von 60 bis 80 Millionen Euro für 2019 konservativ“, schreibt Iltgen in seiner Studie.  Verantwortlich für die steigende Nachfrage seien laut Iltgen allen voran die beiden Großkunden Daimler und Volvo. 70,00 Euro traut Karsten Iltgen der Aktie durchaus zu.
Die Ausgangslage ist gut! Akasol hat stand heute fixe Aufträge in Höhe von 1,47 Milliarden Euro bis ins Jahr 2024 auf dem Tisch liegen. Die Zahl wurde mit dem Halbjahresbericht erst nach oben geschraubt.
Woher kommen die Aufträge?
Volvo und Daimler werden mit ihren Elektrobussen in Serie gehen, die von Akasol-Systemen angetrieben werden. Hinzu kommt: 2019/20 wird bei der Daimler-Tochter Frightliner die Serienproduktion für die Elektrobrummis anlaufen.

Spannende Ausgangssituation

Die Kundenliste von Akasol könnte sich bald deutlich vergrößern. Schon jetzt zählen die großen Player der Bus und Brummihersteller wie Bombardier Transportation, Rolls-Royce Power System, Daimler und Volvo dazu. Und bei vielen Herstellern findet derzeit ein Umdenken statt. Die Liste der Firmen die Bedarf an Batterielösungen haben ist lang. Angefangen von MAN und Scania, über DAF Trucks bis hin  Navistar und Renault.
Neuer Deal gleich neues Umsatzpotenzial?
Akasol hat noch ein anderes Eisen im Feuer. Erst vor wenigen Wochen tütete Vorstand Sven Schulz einen Deal mit einem „großen und führender deutscher Automobil- und Nutzfahrzeughersteller“ ein. Für diesen wird Schulz mit seinem Team  Schnellladestationen für Elektroautos und –Busse aufbauen. Ein erster Schritt. Passt die Zusammenarbeit für beide Parteien, ist für Akasol weit mehr drin als das aktuelle Auftragsvolumen in Höhe eines mittleren einstelligen Millionen Euro- Betrags.

Trotz der guten Ausgangslage: Weitaus wichtiger wird für Akasol der Hochlauf der Produktion sein. Die Kapazitäten müssen erst aufgebaut werden. Kann Akasol nicht liefern, nützt der dicke Auftragsbestand relativ wenig. Akasol wird von der ansteigenden Dynamik im Bereich der Elektrobusse und LKWs profitieren. Daimler und Volvo garantieren für gute Absätze. Die Aktie ist als Depotbeimischung eine Spekulation wert.

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