Airbus
- Martin Mrowka - Redakteur

Airbus: Flugzeugteile aus 3D-Drucker und Mond-Fantasie

Der Flugzeugbauer Airbus spart – an Gewicht und an Kosten. Erstmals wird nun ein Bauteil für Passagierflugzeuge per Metall-3D-Drucker in Serie hergestellt. Außerdem ist ein Auftrag von der europäischen Raumfahrtagentur ESA hereingeflattert. Die Airbus-Aktie zeigt sich sehr stabil.

Die Helikopter-Tochter des deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmens will jährlich 2.200 Verriegelungswellen für die Türen der A350 ausliefern. Die Welle werde Schicht für Schicht aus Titan-Pulver in einem Drucker des Spezialisten EOS gefertigt. Das gedruckte Bauteil sei um 45 Prozent leichter und um ein Viertel günstiger in der Herstellung. Jeder Airbus wird dadurch etwas mehr als vier Kilo leichter. Klingt wenig, spielt aber eine große Rolle, da das Gewicht auch entscheidend für den Kerosinverbrauch ist.

Immer noch Lieferverzögerungen bei A320neo

Airbus-Helicopters-Manager Luis Martin Diaz kündigte zudem an, im laufenden Jahr auch noch die Vorbereitungen für den 3D-Druck von Hubschrauber-Bauteilen zu starten.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Lieferverzögerungen der A320neo länger als erwartet anhalten. Der Lieferplan wird frühestens in einem Jahr wieder regulär funktionieren. Nach dem Produktionsausfall beim Triebwerkzulieferer Pratt & Whitney zu Beginn dieses Jahres mussten die Auslieferungen des Flugzeugmodells nach hinten verschoben werden. Eigentlich sollte die Produktion des Erfolgstyps spätestens Ende September wieder hochgefahren werden. Das wird nun noch dauern. Airbus ist dennoch optimistisch, dass insgesamt rund 800 Flugzeuge 2018 ausgeliefert werden. 

Airbus startet Projekt zur Besiedelung des Mondes 

Außerdem ist der Luft- und Raumfahrtkonzern bei der Erforschung und künftigen Besiedlung des Mondes vertreten. Die europäische Raumfahrtagentur ESA erteilte den Auftrag, zunächst Teile für eine neue Raumstation zu entwerfen. In einer ersten Studie soll ein Konzept für ein Wohn- und Forschungsmodul entwickelt werden, in eíner zweiten ein Infrastrukturelement zum Auftanken, Docken und zur Telekommunikation, das auch als Schleuse für wissenschaftliche Geräte dienen soll. Die neue Station mit dem Namen "Gateway" soll in einigen Jahren Richtung Mond-Umlaufbahn starten und dort als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond und Mars dienen.

Zudem pusht Airbus das Projekt "The Moon Race". Über einen internationalen Wettbewerb können sich weltweit Start-ups sowie klein- und mittelständische Unternehmen beteiligen, erklärte ein Sprecher der Airbus-Raumfahrtsparte. Das Ziel sei, Technologien zu entwickeln, die für eine „nachhaltige menschliche Präsenz auf dem Mond benötigt werden“, und ihren Einsatz zu demonstrieren. Einzelheiten zu dem Wettbewerb wird Airbus in der kommenden Woche im Rahmen eines internationalen Weltraumkongresses (IAC) in Bremen präsentieren. Zum finanziellen Umfang des auch mit Geldpreisen dotierten Wettbewerbs gibt es derzeit noch keine Angaben.

Delegation auf dem Weg nach China

Der Airbus-Wettbewerb ist ein Beispiel, wie sich aktuell unter dem Schlagwort "New Space" in der Weltraum-Branche ein Wandel von staatlich finanzierten zu privatwirtschaftlichen Vorhaben vollzieht.

Zudem ist eine hochrangige Delegation nach China aufgebrochen, um einen 18-Milliarden-Dollar-Auftrag aus Januar unter Dach und Fach zu bringen. Es wird wohl vorrangig darum gehen, wie man mit China im Handelskrieg mit den USA weiterhin Geschäfte machen kann. Den Börsianern gefällt das offenbar. Die Airbus-Aktie stieg am Mittwoch wieder auf über 108 Euro und hat damit einen Kurzfrist-Abwärtstrend sowie die 38-Tage-Linie überwunden. In den kommenden Tagen könnte der Aufschwung Richtung Allzeithoch weitergehen. Engagierte Anleger lassen ihre Gewinne mit Kursziel 130 Euro laufen.

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