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- Benedikt Kaufmann

Adobe: Gemischte Gefühle nach Q4-Zahlen

Am Donnerstag nach US-Börsenschluss veröffentlichte Adobe Systems die Zahlen für das vierte Quartal. Während das abgelaufene Quartal die Anleger noch überzeugen konnte, sorgte ein deutlich niedrigerer Gewinnausblick für Enttäuschung. Ist jetzt die Zeit gekommen, Gewinne mitzunehmen oder geht der Trend weiter?

Auf und Ab nach den Zahlen

Im vierten Quartal wuchsen Adobes Umsätze um 23 Prozent auf 2,46 Milliarden Dollar. Die Gewinne je Aktie betrugen 1,83 Dollar. Diese Zahlen sorgten unter den Anlegern für Verwirrung, denn die Erwartungen der Analysten lagen mit Umsätzen von 2,43 Milliarden Dollar und Gewinnen je Aktie von 1,88 Dollar deutlich daneben. Die Aktie fiel daher nachbörslich in einer ersten Reaktion – doch nur wenige Minuten.

Denn die Zahlen beinhalteten auch die Übernahme von Marketo im September. Wird die Übernahme herausgerechnet, erlöste Adobe 2,44 Milliarden Dollar bei Gewinnen je Aktie von 1,90 Dollar. Das vierte Quartal von Adobe schlägt damit sowohl Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen. Die Aktie konnte entsprechend die Verluste wettmachen und legte leicht zu.

Doch auch der nachbörsliche Kursgewinn sollte nur von kurzer Dauer sein. Denn der Ausblick der Unternehmensführung auf 2019 enttäuschte die Anleger. Insbesondere die zwei Übernahmen von Marketo und Magento sollen sich negativ auf die Gewinne auswirken. Im ersten Quartal soll laut Management nur ein Gewinn je Aktie von 1,60 Dollar erwirtschaftet werden. Analysten erwarteten mit 1,88 Dollar wesentlich mehr.

Die Zukäufe dürften im kommenden Geschäftsjahr 2019 auf die Gewinne drücken, bieten aber im Gegenzug eine Beschleunigung des Umsatzwachstums. Der wichtigste fundamentale Trend, der in den vergangenen Quartalen den Aktienkurs antrieb, bleibt zudem erhalten. Adobe hat im Software-Markt für Kreativschaffende ein Quasimonopol geschaffen, das heute durch ein Abo-Modell noch gewinnbringender monetarisiert wird. Die Subscription-Plattform ist im Q4 um 28 Prozent gewachsen.

Fairer Preis für die Zukunft

Solange die margenstarken Software-Abos weiter wachsen, bleibt die Adobe-Aktie ein Kauf. Marketo und Magento sind ein Versuch, die Software auf den E-Commerce-Markt auszubauen. Der damit einhergehende leichte Gewinnrückgang ist angesichts des hohen Free-Cash-Flows von rund einer Milliarde Dollar im Q4 ein fairer Preis für langfristige Zukunftschancen. Anleger lassen die Gewinne laufen.

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