Adidas
- Benedikt Kaufmann

Adidas geht beim Aktienrückkauf in die zweite Runde

Adidas startet laut einer Pressemitteilung heute die zweite Runde des im März 2018 angekündigten, mehrjährigen Aktienrückkaufprogramms. 2019 sollen eigene Aktien im Wert von rund 800 Millionen Euro zurückgekauft werden. Das könnte den Aktienkurs des Sportartikel-Herstellers im neuen Jahr unterstützen.

Bereits 2018 hat Adidas insgesamt 5,1 Millionen Aktien im Wert von rund einer Milliarde Euro zurückerworben. Der durchschnittliche Kaufpreis je Aktie betrug 196,45 Euro und liegt damit leicht unter dem aktuellen Kurs. Die bisher gekauften Aktien wurden eingezogen, womit sich die Aktienzahl reduziert. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf fundamentale Kennzahlen, die anhand der Anzahl der Aktien berechnet werden, wie beispielsweise dem Gewinn je Aktie.

Insgesamt plant die Unternehmensführung im Rahmen des bereits angelaufenen Rückkaufprogramms zwischen März 2018 und Mai 2021 eigene Aktien im Wert von drei Milliarden Euro zurückzukaufen.

Positive Auswirkungen auf den Kurs

Laut einer Studie von Morgan Stanley kann ein positiver Zusammenhang zwischen Aktienrückkäufen und Kursentwicklung festgestellt werden. Demnach entwickeln sich Wertpapiere, die zurückgekauft werden, um 13 Prozent besser als der breite Markt. Für Anleger ist diese Outperformance jedoch nicht garantiert, weshalb Anlegerschützer dazu anhalten, eher in die operativen Geschäfte zu investieren.

Kapitalmaßnahmen für Aktionäre

Gemessen an der Marktkapitalisierung von Adidas fallen die Rückkäufe von drei Milliarden Dollar jedoch nur bedingt ins Gewicht. Zum Vergleich: Der US-Konzern Qualcomm hat bei einer Marktkapitalisierung von rund 70 Milliarden Dollar unglaubliche 21,1 Milliarden Dollar in eigene Aktien gesteckt. Für Adidas-Anleger aber nicht zu vergessen sind die jährlichen Dividendenzahlungen, die laut Management zwischen 30 und 50 Prozent des Gewinns betragen sollen.

Starke operative Entwicklung

Den Aktienkurs beeinflusst jedoch am deutlichsten die operative Entwicklung eines Konzerns. Und auch hier kann Adidas punkten. In Nordamerika und China kann der Konzern Umsätze und Profite steigern. In Europa nimmt das Wachstum zwar ab, doch das Management geht mit Preissenkungen dagegen vor. In Zusammenhang mit Investitionen in die Digitalisierung könnte dies jedoch leicht auf die Gewinnmarge drücken.

So stark wie die Marke Adidas aktuell ist, dürfte dies jedoch mittelfristig verkraftbar bleiben. DER AKTIONÄR bleibt long.

 

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

 

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