Volkswagen treibt die Neuordnung seines Portfolios voran. Für die Schwerdiesel-Sparte Everllence wächst das Kaufinteresse deutlich. Neben den bereits bekannten Finanzinvestoren wie EQT und GIC prüfen nun auch Blackstone, Brookfield sowie globale Industriegruppen einen Einstieg. Die Bewertung liegt im Milliardenbereich.
Die geplante Teilveräußerung der Volkswagen-Tochter Everllence stößt auf immer mehr Interessenten. Bloomberg berichtet unter Berufung auf mit dem Prozess vertraute Personen, dass mit Blackstone und Brookfield zwei der weltweit größten Asset-Manager ein Auge auf die frühere MAN Energy Solutions geworfen haben. Zudem gilt der japanische Industriekonzern Yanmar als potenzieller strategischer Interessent. Auch Karpowership aus der Türkei, ein Großkunde von Everllence, prüft demnach eine Beteiligung an einem Gebot.
Damit weitet sich der Kreis möglicher Käufer deutlich aus. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass unter anderem EQT und CVC Capital Partners Interesse an einer Mehrheitsbeteiligung signalisiert haben. Die Abgabe unverbindlicher Erstangebote ist für den 12. Februar vorgesehen. Ob alle Interessenten tatsächlich bieten, ist offen. Die Gespräche laufen, Entscheidungen sind noch nicht gefallen.
Dank Everllence – Milliardeneinnahmen für Volkswagen
Für Volkswagen geht es um viel Geld. Der Geschäftsbereich könnte laut mit dem Vorgang vertrauten Personen mit fünf bis sechs Milliarden Euro bewertet werden. Everllence erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 337 Millionen Euro. Die Sparte stellt unter anderem Schiffsmotoren sowie Turbinen für Kraftwerke her und ist global positioniert.
Der mögliche Einstieg eines Industriepartners wie Yanmar würde den Prozess verändern, weil ein strategischer Käufer Everllence nicht primär als Finanzbeteiligung betrachtet, sondern als operativen Bestandteil des eigenen Industriegeschäfts. Der Konzern wurde 1912 gegründet und ist weltweit in den Bereichen Motoren, Agrar- und Baumaschinen sowie Energiesysteme aktiv. Volkswagen selbst äußerte sich ebenso wenig wie die potenziellen Bieter zu den laufenden Gesprächen. Klar ist jedoch: Das Interesse an Everllence nimmt weiter zu.
Der Everllence-Verkauf würde Volkswagen Milliarden in die Kassen spülen und das Konzerngeflecht entwirren. Mit Blackstone und Brookfield zeigen nun auch zwei Schwergewichte Interesse, mit Yanmar und Karpowership zwei Konzerne, die operativ profitieren würden. Der Deal wird somit wahrscheinlicher. Die Einnahmen könnten helfen, die teure Elektrifizierung sowie neue Modelle zu finanzieren und gleichzeitig etwas Druck vom Sparprogramm nehmen. Dennoch ist bisher noch nichts in trockenen Tüchern. Anleger bleiben an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
26.01.2026, 18:05