Deutsche Bank: Auf dem letzten Platz

Deutsche Bank: Auf dem letzten Platz
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Fabian Strebin Heute, 08:07 Fabian Strebin

Die Volatilität an den Börsen ist zurück. Geopolitik ist wieder das alles bestimmende Thema, und im Mittelpunkt steht US-Präsident Donald Trump. Da in den USA aufgrund des Martin Luther Days nicht gehandelt wurde, verarbeiteten die Börsen in Europa die jüngsten Vorstöße zu Grönland aus den USA. Finanzaktien kamen dabei teils unter die Räder.

Am schlimmsten in Europa erwischte es die Papiere der Deutschen Bank. Mit einem Minus von 2,5 Prozent rangierten die Aktien von Deutschlands Nummer 1 am Ende des Branchenindex Euro Stoxx Banks. Dieser ging 0,9 Prozent tiefer aus dem Handel. Am besten schnitt noch die italienische Monte dei Paschi di Siena mit 0,9 Prozent Plus ab.

Die Zolldrohungen gegen mehrere Länder in Europa – unter anderem auch gegen Deutschland – treffen das Geschäftsmodell der Finanzinstitute indirekt. Gerade für Deutschland war nach mehreren Jahren der Stagnation und Rezession für das laufende Jahr ein, wenn auch schwacher, Aufschwung erwartet worden.

Zusätzliche Zölle aus den USA könnten das gefährden. Das betrifft deswegen vor allem die Deutsche Bank, da im Aktienkurs teilweise mehr Nachfrage nach Produkten des Geldhauses eingepreist ist, die aus einer Konjunkturerholung resultieren. Bleibt diese aus oder schwächt sich ab, dann könnte es zu einer Neubewertung kommen.

Da die Börsen in den USA gestern geschlossen waren, wird sich heute zeigen, wie die Märkte in Übersee das Thema verarbeiten. Eigentlich sollen Finanzfirmen ab heute die Zinsen auf Kreditkartenschulden bei zehn Prozent deckeln. Das hatte Trump vorletzte Woche in einem Post verlangt. Es ist aber unklar, ob es dafür überhaupt eine Grundlage gibt.

Aktuell herrscht vermehrte Unsicherheit – auch in der Finanzbranche. Dabei war die Berichtssaison bisher zufriedenstellend. Die Deutsche Bank wird kommende Woche am 29. Januar ihre Bücher öffnen. Das könnte der Aktie neuen Rückenwind verleihen. Denn mit dem gestrigen Rücksetzer kommt nun die 50-Tage-Linie bei 31,96 Euro immer näher.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Investierte Anleger sollten an der Aktie festhalten. Denn die aktuelle Unsicherheit kann so schnell, wie sie gekommen ist, auch wieder verschwinden. Zudem ist die Aktie unterbewertet, und das vergangene Jahr dürfte stark abgeschlossen worden sein. Gerade im Investmentbanking sollte auch der Rückenwind aus 2025 noch anhalten.

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