Der Schock über mögliche 200-Prozent-Zölle auf Champagner saß tief. Doch nach Trumps Auftritt in Davos erholte sich die LVMH-Aktie am Mittwoch wieder etwas. Nun sorgt ein strategischer Schritt des Luxusriesen für Aufmerksamkeit: LVMH zieht im China-Geschäft die Reißleine.
Hohe Zölle auf französische Weine und Champagner wären für LVMH der Worst-Case gewesen (DER AKTIONÄR berichtete). Denn die USA sind mit einem Umsatzanteil von rund 25 Prozent der wichtigste Einzelmarkt des französischen Luxusgüterkonzerns. Besonders gefragt sind dort Uhren und Schmuck von Tiffany sowie Cognac von Hennessy.
Ganz anders ist die Lage in China. Das Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt abgeschwächt, der Inlandskonsum bleibt schwach und die demografische Entwicklung verschärft die Lage. Als strategischen Schritt hat LVMH deshalb den Verkauf seines chinesischen Reiseeinzelhandelsgeschäfts DFS bekanntgegeben.
Was steckt dahinter?
DFS war bislang Teil des Retailing-Segments, zu dem auch Sephora gehört. Dieser Geschäftsbereich gilt konzernweit als margenschwach und deutlich volatiler als die hochprofitablen Kernsparten Fashion & Leather Goods oder Wines & Spirits. Für rund 395 Millionen Dollar trennt sich der Konzern nun von einem Geschäft, das stark von Tourismus, Regulierung und politischen Vorgaben abhängt.
Ganz aus China zieht sich der Luxuskonzern jedoch nicht zurück. Über eine geplante Beteiligung am staatlichen Käufer CTG Duty-Free bleibt LVMH weiterhin im chinesischen Reiseeinzelhandel engagiert – allerdings mit deutlich geringerem operativen Risiko.
Der DFS-Verkauf ist kein Gamechanger für LVMH, strategisch aber ein wichtiger Schritt. Die Spannung liegt auf den Quartalszahlen am nächsten Dienstag. Anleger warten für einen Einstieg charttechnische Signale wie ein erneutes Überwinden des GD50 ab. Die Aktie ist Teil des AKTIONÄR-Depots.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
LVMH-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 11:25