Donald Trump sorgt an den US-Börsen für Unruhe. Mit der Nominierung von Kevin Warsh zum künftigen Chef der Notenbank Fed schickte der Präsident die Kurse am Freitag auf Talfahrt. Die Sorge der Anleger: Warsh gilt nicht als Verfechter einer lockeren Geldpolitik. Das Ende der billigen Kredite könnte damit länger auf sich warten lassen als gehofft.
Der Leitindex Dow Jones verlor 0,36 Prozent und schloss bei 48.892,47 Punkten. Damit gab das Börsenbarometer seine Gewinne aus der Vorwoche fast vollständig wieder ab. Noch deutlicher erwischte es die Tech-Werte. Der Nasdaq 100 sank um 1,28 Prozent auf 25.552,39 Zähler. Auch der marktbreite S&P 500 rutschte ins Minus und notierte am Ende bei 6.939,03 Punkten – ein Abschlag von 0,43 Prozent.
Abseits der Geldpolitik lieferte die Unternehmenswelt gemischte Signale. Apple meldete am Donnerstagabend zwar ein Rekordquartal beim iPhone, doch die Aktie reagierte zunächst verhalten. Hohe Verkaufszahlen leerten die Lagerbestände schneller als neue Komponenten geliefert werden konnten. Erst zum Handelsende retteten sich die Papiere mit 0,4 Prozent ins Plus. Deutlich besser lief es für Tesla. Der Elektroautobauer erholte sich von seinem jüngsten Kursrutsch und legte um 3,3 Prozent zu.
Ein echtes Ausrufezeichen setzte der Telekommunikationssektor. Der Mobilfunkriese Verizon begeisterte die Anleger mit einem starken Kundenzuwachs im vierten Quartal. Die Aktie schoss um fast zwölf Prozent nach oben. Davon profitierte auch der Konkurrent T-Mobile US, dessen Papiere um 4,2 Prozent stiegen.
Gegenwind für Finanzriesen und Halbleiter
Weniger Grund zur Freude hatten Aktionäre von Kreditkartenanbietern. Visa büßte drei Prozent ein, American Express verlor 1,8 Prozent. Die Branche leidet derzeit unter verbalen Attacken von Donald Trump sowie unter durchwachsenen Geschäftszahlen. Auch im Halbleitersektor gab es Verwerfungen. Während KLA Corp nach einer langen Rallye 15 Prozent an Wert verlor, kletterte SanDisk um sieben Prozent nach oben. Hier treibt die extreme Knappheit bei Speicherchips die Preise und damit die Margen.
Am härtesten traf es jedoch Unity Software. Die Ankündigung von Google, Abonnenten der KI-Plattform „AI Ultra“ künftig eigene virtuelle Welten erschaffen zu lassen, schockte die Gaming-Branche. Der Kurs von Unity brach um 24 Prozent ein. Die Konkurrenz durch künstliche Intelligenz wird für spezialisierte Software-Anbieter zunehmend zur Existenzfrage.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla, Apple.
Heute, 22:35