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OMV: „Abfall sollte Rohstoff sein“

OMV: „Abfall sollte Rohstoff sein“
Foto: APA/picturedesk.com/ALEX HALADA/picture alliance/dpa
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Thorsten Küfner 22.01.2026, 15:04 Thorsten Küfner

Der Energieriese OMV wandelt sich immer mehr zu einem Chemiekonzern. Dabei setzen die Österreicher verstärkt auf Kreislaufwirtschaft. Um diese aber so richtig in Gang zu bringen, braucht es Reformen. Darauf verwies nun erneut der Chef des Konzerns, Alfred Stern, im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Er betonte, dass die Branche aktuell noch in einem „Innovator‘s Dilemma“ steckt. Denn die neuen Recycling-Technologien von OMV und anderen innovativen Chemiefirmen müssen sich dem Wettbewerb mit Lieferketten stellen, die über 70 bis teilweise sogar 100 Jahre optimiert worden sind.

Er warnte indes, zu strenge regulatorische Anforderungen könnten dazu führen, dass sich innovative Recyclingverfahren gar nicht erst durchsetzen, weil sie schon in einer frühen Phase ausgebremst werden. Derzeit sei es wirtschaftlich weiterhin günstiger, Kunststoff herzustellen, zu verwenden und anschließend zu entsorgen, statt ihn wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Um das zu ändern, brauche es gezielte finanzielle Anreize, die Investitionen in Sammel- und Verwertungssysteme attraktiver machen und den Recyclingkreislauf schließen.

Für OMV bleibt Recycling dennoch ein bedeutendes Wachstumsfeld. Stern verwies darauf, dass der Konzern erhebliche Mittel investiert, unter anderem gemeinsam mit dem Entsorgungsdienstleister Interzero in Europas größte Sortieranlage im baden-württembergischen Walldürn. Darüber hinaus verfüge OMV bereits über Recyclingkapazitäten von 200.000 Tonnen im mechanischen Bereich sowie 16.000 Tonnen im chemischen Recycling. Auf Kundenseite gebe es derzeit eine „Koalition der Willigen“, die bereit sei, diese Entwicklungen zu unterstützen. Um jedoch eine breite Akzeptanz zu erreichen, müsse Recycling sowohl wirtschaftlich konkurrenzfähig als auch für Verbraucher einfach nutzbar sein. Kostensenkende Innovationen spielten dabei eine zentrale Rolle.

Darüber hinaus positioniert sich Stern klar gegen den Export von Abfällen. „Abfall sollte ein Rohstoff sein.“ Europa müsse damit aufhören, Müll zur Weiterverarbeitung in andere Weltregionen zu transportieren, und stattdessen die Wertschöpfung vor Ort halten. Das würde nicht nur Ressourcen sichern, sondern auch die heimische Wirtschaft nachhaltig stärken.

OMV (WKN: 874341)

DER AKTIONÄR hält indes an seiner Einschätzung fest: Angesichts der durchaus guten Perspektiven sowie der im Branchenvergleich sehr günstigen Bewertung stehen die Chancen gut, dass die Dividendenperle im neuen Börsenjahr zulegen wird. Die OMV-Aktie bleibt ein Kauf. Der Stoppkurs kann auf 38,00 Euro nachgezogen werden. 

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