Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat den nächsten großen Expansionsschritt angekündigt: Rund 19 Billionen Won (etwa 12,9 Milliarden Dollar) will das Unternehmen in den Bau einer neuen Produktionsstätte im heimischen Cheongju investieren. Mit dem Projekt reagiert der Konzern auf die stark steigende Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM), die vor allem durch den globalen KI-Boom getrieben wird.
Der Baubeginn ist für April 2026 vorgesehen, die Fertigstellung soll Ende 2027 erfolgen. In dem Werk will SK Hynix modernste Advanced-Packaging-Technologien einsetzen. Diese Verfahren ermöglichen es, mehrere Speicherchips zu einer besonders leistungsstarken und energieeffizienten Einheit zu kombinieren – ein entscheidender Vorteil für Anwendungen in KI-Prozessoren.
Mit dem Standort in Cheongju baut SK Hynix auf bestehende Produktionskapazitäten auf und sichert seine Marktführerschaft bei HBM. Laut Unternehmensangaben soll der Markt für HBM zwischen 2025 und 2030 jährlich um rund 33 Prozent wachsen – ein atemberaubendes Tempo, das den kommenden Jahren ein massives Wachstumspotenzial verspricht.
Konkurrenz mit Samsung und Rückenwind durch Nvidia
SK Hynix zählt zu den führenden Anbietern von HBM-Chips und beliefert unter anderem Nvidia, deren Grafikprozessoren für Anwendungen wie ChatGPT, KI-Training und Rechenzentren essenziell sind. Gleichzeitig forciert auch Samsung Electronics seine Investitionen in diesem Segment – der Wettbewerb um die technologische Führungsrolle in HBM spitzt sich also weiter zu.
Während die KI-getriebene Nachfrage Rekordpreise bei HBM-Komponenten befeuert, führt die Produktionsverlagerung zu Engpässen bei herkömmlichen DRAM- und NAND-Speichern. Der US-Konzern und SK Hynix-Wettbewerber Micron Technology hat daher die Marke Crucial eingestellt, um Kapazitäten auf High-End-Speicher für KI-Datenzentren zu lenken. Das übt Druck auf andere Elektroniksparten aus und treibt mittelfristig Endproduktpreise.
An der Börse hält sich die Begeisterung über die Milliardeninvestition am Dienstagmorgen in Grenzen. In Südkorea fällt der Kurs um rund zwei Prozent. Da die Aktie jedoch erst kürzlich ein neues Rekordhoch erreicht hatte, fällt der heutige Abschlag kaum ins Gewicht. Langfristig dürfte sich die Investition für SK Hynix – und besonders für den Partner Nvidia – jedoch auszahlen. Letzterer liegt seit der Aufnahme ins AKTIONÄR-Depot übrigens rund 50 Prozent im Plus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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Heute, 07:25