Die Nvidia-Aktie knüpft am Donnerstag im vorbörslichen US-Handel an die Kursgewinne vom Vortag an. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Grund: Im US-Repräsentantenhaus formiert sich Widerstand gegen Trumps Pläne, den Export von KI-Chips nach China wieder zu lockern. DER AKTIONÄR wirft einen Blick auf das seit Monaten andauernde Hin und Her.
Im US-Repräsentantenhaus verfügen die Republikaner mit 218 von 435 Sitzen nur über eine knappe Mehrheit. Die Demokraten kommen auf 213 Mandate. Dennoch wächst der Widerstand gegen Trumps Kurs. Der US-Präsident hatte geplant, Nvidia und AMD den Export von KI-Chips nach China wieder zu erlauben. Voraussetzung wäre eine Abgabe von 25 Prozent gewesen. Doch diese Pläne könnten nun durchkreuzt werden.
Konkret stimmte ein auf Außenpolitik spezialisierter Ausschuss des US-Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit (42:2) für einen Gesetzesentwurf, der dem Kongress weitreichende Kontrollrechte einräumen würde. Nach dem Vorbild von Rüstungsexporten könnten Chip-Exporte nach China damit strenger beaufsichtigt werden.
Wie CNBC berichtet, würde der Gesetzesentwurf, der sowohl von Republikanern als auch Demokraten mitgetragen wird, über die Aufsicht hinaus den Verkauf von Nvidias Blackwell-Chips nach China für mindestens zwei Jahre vollständig verbieten und damit bestehende Exportkontrollen gesetzlich verankern.
Wie DER AKTIONÄR berichtete (siehe Artikelbox oben), hatte Trump zuvor versucht, die langjährigen Exportbeschränkungen gegenüber China zu lockern. Dadurch sollte die KI-Technologievorherrschaft der USA auf den globalen Märkten gesichert werden. Bei sicherheitspolitischen Hardlinern stieß der Schritt jedoch auf heftigen Widerstand.
Der nächste Schritt für den Gesetzentwurf ist die Abstimmung im Plenum des US-Repräsentantenhauses. Wird er dort angenommen, geht er anschließend an das Weiße Haus. Präsident Trump hat dann drei Optionen: Er kann das Gesetz unterzeichnen und damit in Kraft setzen, sein Veto einlegen und den Entwurf mit einer Begründung an den Kongress zurückverweisen oder ihn unbeachtet lassen. In letzterem Fall tritt das Gesetz nach zehn Tagen automatisch in Kraft – sofern der Kongress in dieser Zeit nicht vertagt ist.
Sollte Trump sein Veto einlegen – was als wahrscheinlich gilt, da der US-Präsident zuletzt den Export gegen die Zahlung einer Gebühr von 25 Prozent weiterhin erlauben wollte –, kommt es zu einer erneuten Entscheidung im Kongress. Gelingt es dort, eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern zu erreichen (290 Stimmen im Repräsentantenhaus und 67 Stimmen im Senat), kann das präsidiale Veto überstimmt werden und das Gesetz gilt dennoch als angenommen. Andernfalls ist der Entwurf gescheitert.
DER AKTIONÄR ist von Nvidia weiterhin überzeugt. Die Aktie ist ein Kauf. Sollte der Gesetzentwurf von Trump gestoppt und stattdessen der Export nach China endlich wieder erlaubt werden, dürfte dies der Aktie einen neuen Impuls geben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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Heute, 13:13