Der KI-Boom hat den Energiebedarf weltweit drastisch ansteigen lassen. Tech-Giganten wie Amazon, Google und Microsoft setzen inzwischen sogar auf Kernkraft, um ihren enormen Stromhunger zu stillen. Die Folge sind stark steigende Strompreise in den USA. Nun hat sich auch US-Präsident Donald Trump in die Debatte eingeschaltet.
Insbesondere in Regionen mit einer hohen Dichte an Rechenzentren sind die Strompreise zuletzt deutlich gestiegen. Wie die New York Times berichtet, erhöhte sich die monatliche Stromrechnung eines durchschnittlichen Haushalts in Ohio bereits um rund 15 Dollar. Grund dafür sind zahlreiche neu entstehende Datenzentren und ihr enormer Energieverbrauch.
Ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar – im Gegenteil: Einer Studie der Carnegie Mellon University und der North Carolina State University zufolge könnten die Strompreise infolge von KI-Rechenzentren bis 2030 im Durchschnitt um acht Prozent steigen.
Nun hat sich Präsident Donald Trump zu Wort gemeldet und Veränderungen angekündigt, die vor allem Verbraucher entlasten sollen. Im Fokus steht dabei Microsoft. Konkret erklärte der US-Präsident über seine Plattform Truth Social, dass der Konzern bereits in dieser Woche „wesentliche Veränderungen“ vornehmen werde, um sicherzustellen, dass amerikanische Haushalte nicht indirekt für den hohen Stromverbrauch von KI-Rechenzentren aufkommen müssen.
„Ich will nicht, dass Amerikaner höhere Stromrechnungen zahlen, nur weil neue Datenzentren gebaut werden“, erklärte Trump. Diese Forderung kommt jedoch nicht von ungefähr: Im November 2026 stehen die wichtigen Midterms an. Dann werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 Sitze im Senat sowie die Gouverneure in 39 Bundesstaaten neu gewählt. Im Vorfeld versucht Trump offenbar, durch politischen Druck auf Techkonzerne und sinkende Lebenskosten seine Beliebtheitswerte bei den US-Verbrauchern zu steigern.
Microsoft als Blaupause
Gleichwohl lobte Trump den US-Konzern Microsoft explizit für die Zusammenarbeit mit seiner Regierung und stellte das Unternehmen als Vorbild dar. Weitere Tech-Konzerne könnten bald folgen. „Microsoft macht den Anfang“, schrieb Trump, und betonte, dass Verbraucher nicht „die Zeche“ für den Stromverbrauch der Datenzentren zahlen dürften.
Microsoft als Blaupause
Neben Microsoft haben auch Amazon und Alphabet zuletzt massiv in Atomstrom investiert, um den Energiebedarf ihrer Rechenzentren zu decken. Jüngst schloss auch Meta Vereinbarungen mit mehreren Kernkraftwerksbetreibern für den Bau neuer Rechenzentren im Bundesstaat Ohio ab.
Konkrete Details zu den angekündigten Maßnahmen nannte der Präsident bislang nicht. Microsoft selbst äußerte sich bisher ebenfalls nicht offiziell in dem Fall. Klar ist jedoch: Der Konzern steht zunehmend unter Beobachtung.
Der politische Druck auf Big Tech nimmt zu. Während der KI-Boom für enorme Wachstumschancen sorgt, rücken Themen wie Energieversorgung, Kostenverteilung und gesellschaftliche Akzeptanz stärker in den Vordergrund. Dennoch sieht DER AKTIONÄR für Microsoft und Co weiterhin die Chancen der neuen Technologie überwiegen. Nachdem die Aktie jüngst unter den GD200 bei 479,42 Dollar gefallen ist, gilt es, das Novembertief bei 464,89 Dollar zu verteidigen. Andernfalls droht ein stärkerer Rücksetzer. Anleger bleiben daher vorerst an Bord, beachten allerdings den Stoppkurs des AKTIONÄR. Wo dieser liegt, erfahren Sie in Ausgabe 50/25. Diese können Sie hier erwerben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 06:30