Der europäische Gasmarkt ist direkt am Morgen um weitere sechs Prozent gestiegen. Mittlerweile notiert er auf dem höchsten Niveau seit 2022. Haupttreiber war eine ausgeprägte Kälteperiode in weiten Teilen Europas, die den Heizbedarf spürbar erhöht und die Entnahmen aus den Gasspeichern beschleunigt hat. Davon profitiert beispielsweise die Aktie des Erdgasriesen Equinor.
Die Füllstände liegen aktuell deutlich unter dem saisonüblichen Durchschnitt, was die Nervosität am Markt verstärkte. Zusätzlich wirkten geopolitische Faktoren preistreibend. Die angespannte Lage im Nahen Osten, insbesondere rund um den Iran, sowie neue Sanktions- und Zolldrohungen der USA schürten Sorgen über mögliche Lieferunterbrechungen. Auch eine festere Nachfrage aus Asien, vor allem nach Flüssiggas, trug zur Verknappung am Spotmarkt bei.
Daher ist die Aktie des norwegischen Energiekonzerns Equinor zuletzt deutlich gestiegen. Besonders stark zulegen konnte indes der im Dezember empfohlene Mini-Future mit der WKN VJ0HFP, dessen Kurs sich mehr als verdoppelt hat. Hier sollte der Stopp zur Gewinnsicherung auf 1,40 Euro nachgezogen werden.
Allerdings dürften die Bäume eher nicht in den Himmel wachsen. Denn grundsätzlich ist der globale Gasmarkt gut versorgt, insbesondere durch steigende LNG-Kapazitäten aus den USA und Katar. Gleichzeitig bleibt Europa jedoch stark importabhängig und damit anfällig für wetterbedingte Nachfragespitzen oder geopolitische Störungen. Entscheidend für die Preisentwicklung dürfte daher sein, wie schnell sich die Speicher im Frühjahr und Sommer wieder füllen lassen und ob es zu weiteren politischen Eskalationen kommt.
Es bleibt dabei: Der aktuell steigende Gaspreis spielt der Aktie von Equinor natürlich voll in die Karten. Solange die Kältewelle in Europa oder eben die geopolitischen Spannungen mit dem Iran anhalten, könnte sich diese Entwicklung weiter fortsetzen. Allerdings ist der Weltmarkt mit Gas eigentlich ausreichend versorgt. Nachhaltige Preissprünge sind daher eher unwahrscheinlich. Ein Kauf der Aktie von Equinor drängt sich daher nicht auf. Die Dividendentitel können aber auf der Watchlist belassen werden.
22.01.2026, 08:38