Eines der längsten Übernahmeverfahren der Börsengeschichte nähert sich dem Ende entgegen. Nachdem im Juli 2023 erste Gerüchte aufkamen, wonach Adnoc, ein Ölriese aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Chemiekonzern Covestro schlucken wolle, dauerte es viele Monate, bis eine Einigung erzielt wurde. Danach folgte eine lange kartellrechtliche Prüfung.
Doch mittlerweile ist auch diese abgeschlossen. Die Anteilseigner des ehemaligen DAX-Konzerns Covestro haben ihre Aktien zu 62 Euro angedient. Nun will das neu entstandene Unternehmen XRG noch die restlichen Anteilscheine einsammeln und startet zu diesem Zweck ein Squeeze-Out-Verfahren. Demnach soll bei der nächsten Hauptversammlung der Covestro AG "die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die XRG P.J.S.C. gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung" beschlossen werden.
Auf der Covestro-Homepage wird hierzu außerdem erklärt: "Das Wirksamwerden des aktienrechtlichen Squeeze-out hängt unter anderem von dem zustimmenden Beschluss der Hauptversammlung der Covestro AG und der Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister ab. Die Höhe der angemessenen Barabfindung, die die Hauptaktionärin den Minderheitsaktionären der Covestro AG für die Übertragung der Aktien gewähren wird, steht derzeit noch nicht fest und wird zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt."
Auf den Konten all der vielen Covestro-Anteilseigner, die ihre Aktien bereits dem arabischen Ölriesen angedient haben, wurden im Dezember bereits die vereinbarten 62,00 Euro je Aktie gutgeschrieben. Offenbar spekulieren – wie häufig bei derartigen Übernahmen – einige Covestro-Aktionäre noch darauf, eine höhere Abfindung erhalten zu können. Die Möglichkeit dazu besteht zwar durchaus, allerdings gibt es aktuell an der Börse sicherlich zahlreiche weitaus reizvollere und spannendere Investitionsmöglichkeiten.
09.01.2026, 12:28