BASF hat am Donnerstagabend vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und die eigene Ergebnisprognose verfehlt. Das operative Ergebnis sinkt, Restrukturierungskosten belasten, der Umsatz geht zurück. Beim Free Cashflow überrascht der Konzern jedoch positiv. Die Details zeigen, wo es hakt.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr wies der Chemiekonzern ein bereinigtes operatives Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro aus. Gegenüber den 7,2 Milliarden Euro aus dem Vorjahr (das verkaufte Coatingsgeschäft herausgerechnet) entspricht das einem Rückgang von 8,3 Prozent. Analysten hatten im Schnitt 6,7 Milliarden Euro erwartet, BASF selbst zuletzt den unteren Rand der Spanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Auch auf EBIT-Ebene blieb der Konzern hinter den Markterwartungen zurück. Das EBIT sinkt auf voraussichtlich 1,6 Milliarden Euro nach 1,8 Milliarden Euro im Vorjahr und lag klar unter dem Konsens von 2,2 Milliarden Euro. Hauptgrund waren deutlich höhere Restrukturierungskosten. Sondereinflüsse belasteten das Ergebnis 2025 mit rund 1,3 Milliarden Euro. Das Coatingsgeschäft wird rückwirkend zum 1. Januar 2025 als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen.
Der Umsatz ging von 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 59,7 Milliarden Euro zurück. Während die Absatzmengen leicht zulegten, wirkten negative Währungseffekte, sinkende Verkaufspreise und niedrigere Margen belastend. Zusätzlich schlugen höhere Restrukturierungsaufwendungen sowie die Anlaufkosten für den neuen Verbundstandort im chinesischen Zhanjiang zu Buche. Der Standort startet in einer Phase schwacher Konjunktur und hoher Überkapazitäten.
Free Cashflow und Nettogewinn überraschen positiv
Positiv stach der Free Cashflow hervor. Mit 1,3 Milliarden Euro lag er mehr als doppelt so hoch wie von Analysten erwartet und deutlich über dem Vorjahreswert von 700 Millionen Euro. Niedrigere Investitionsauszahlungen und eine Dividende von Wintershall Dea stützten die Entwicklung. Der Nettogewinn nach Steuern erreichte voraussichtlich 1,6 Milliarden Euro und lag damit über Vorjahr und Konsens. Ursache waren höhere Ergebnisbeiträge der verbleibenden Beteiligung an Wintershall Dea.
Schwieriges Umfeld in der Chemiebranche
Das Umfeld bleibt angespannt. Die weltweit schwache Nachfrage belastete die gesamte Branche spürbar, der Branchenverband VCI sprach von „Alarmstufe Rot“. BASF reagierte auf die Belastung bereits mit verschärften Sparmaßnahmen. Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosten um 2,1 Milliarden Euro sinken, nachdem bereits ein umfangreicher Stellenabbau umgesetzt wurde.
Nach kräftigen Kursgewinnen am Mittwoch und Donnerstag, verliert die BASF-Aktie im nachbörslichen Handel zur Stunde knapp drei Prozent. Bereinigtes Ergebnis und Umsatz fielen zu schwach aus und überwogen den starken Nettogewinn sowie Free Cashflow. DER AKTIONÄR glaubt jedoch daran, dass die Aktie ihr Comeback trotz des jüngsten Dämpfers fortsetzt und ist langfristig überzeugt. Die endgültigen Zahlen wird der Chemieriese am 27. Februar vorlegen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
22.01.2026, 21:30