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- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Warum die Aktie trotz starker Zahlen fällt

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Wirecard hat am Donnerstagmorgen eine starke Zwischenbilanz für das erste Quartal vorgelegt und damit die vorläufigen Zahlen bestätigt, ebenso wie den Ausblick für das Gesamtjahr. Das schmeckt nicht allen Anlegern – sie hatten auf eine Erhöhung der Prognose gehofft.

Die schnell fortschreitende Digitalisierung von Zahlungsprozessen hat Wirecard im ersten Quartal erneut kräftiges Wachstum beschert. Das Volumen der über die Wirecard-Plattform abgewickelten Transaktionen ist von Anfang Januar bis Ende März um 34,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro angestiegen.

Das wirkt sich auch positiv auf Umsatz und Ergebnis des Zahlungsabwicklers aus: Der Konzernerlös ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,0 Prozent auf 274,9 Millionen Euro und das EBITDA um 31,1 Prozent 81,3 Millionen Euro gestiegen. Das Unternehmen ist dabei vor allem organisch stark gewachsen.

Prognose (noch) nicht erhöht

Mit der endgültigen Quartalsbilanz hat Wirecard am Donnerstag die vorläufigen Zahlen bestätigt, die das Unternehmen bereits Ende April veröffentlicht hatte. Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Vorstand aber erneut „nur“ bestätigt. Ende November 2016 hatte Wirecard für 2017 ein EBITDA zwischen 382 und 400 Millionen in Aussicht gestellt.

Da das Unternehmen in der Vergangenheit bereits öfter mit konservativen Prognosen ins Jahr gestartet ist und diese später erhöht hat, wird am Markt bereits seit längerem mit einer Anhebung gerechnet. Analysten rechnen in Anbetracht des starken Wachstums aus eigner Kraft nun mit einer Anpassung im August.

 

Gewinnmitnahmen bremsen die Rallye

Da die Erhöhung weiter auf sich warten lässt, geht es mit der Aktie trotz des starken Wachstums zunächst deutlich bergab. Mit einem Minus von rund vier Prozent gehört Wirecard am Vormittag zu den größten Verlierern im TecDAX. Nachdem die die Aktie seit Jahresbeginn zwischenzeitlich fast 40 Prozent zugelegt und erst kürzlich ein neues Allzeithoch markiert hatte, spielen dabei auch Gewinnmitnahmen eine Rolle.

Der Rücksetzer ist auf dem derzeitigen Niveau zunächst kein Grund zur Sorge, entsprechend können Trader dabei bleiben. Sollte sich die Talfahrt allerdings beschleunigen, rät auch DER AKTIONÄR dazu, Gewinne mitzunehmen.

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