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- Andreas Deutsch - Redakteur

Wichtiger Termin! Das müssen Sie über die Fed-Sitzung wissen

Erhöht sie die Zinsen schon in diesem Jahr? Oder wartet sie bis 2016? Keiner weiß, was Fed-Chefin Janet Yellen vorhat. Fest steht nur, egal wie sie entscheiden wird: Es wird die weitere Entwicklung der Märkte massiv beeinflussen.

Wenn die Federal Reserve in Washington den kleinen Finger bewegt, kommt die ganze Finanzwelt in Schwingungen. Die mächtigste Notenbank der Welt ist das Barometer der globalen Konjunktur. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Zinspolitik der in Washington und zum Fed-Treffen am heutigen Mittwoch.

Warum zögert die Fed solange mit einer Anhebung der Leitzinsen?

In der Tat sind viele Ökonomen der Auffassung, dass ein Zinsschritt der US-Notenbank längst fällig ist. Zentralbank-Chefin Janet Yellen hatte angekündigt, noch 2016 den Weg zu einer Normalisierung einschlagen zu wollen. Dann kam die Krise an den Aktienmärkten Chinas dazwischen, viele andere Schwellenländer schwächeln ebenfalls. Auch in den USA mehren sich die Anzeichen, dass der Aufschwung nicht selbsttragend sein könnte.

Wer wären die Verlierer einer Zinswende in den USA?

Am meisten dürften hochverschuldete Schwellenländer wie Brasilien oder auch die Türkei darunter leiden. Sowohl die Staaten, als auch private Unternehmen haben ihre Schulden in US-Dollar aufgenommen. Eine Zinsanhebung in den Vereinigten Staaten würde den Dollar im Vergleich zu anderen Währungen weiter stärken, die Schuldenlast in Relation zur Landeswährung stiege automatisch. Einfuhren, die oft in US-Dollar gehandelt werden, würden teurer.

Warum muss die Fed überhaupt einen Zinsschritt ins Auge fassen?

Die Notenbank hat ihre Zinsen zum letzten Mal 2006 erhöht. Im Herbst 2008 senkte sie die Zinsen auf praktisch Null und ließ sie seitdem dort. Zusätzlich wurden Billionen Dollar als zusätzliche Stimulanz über die sogenannte Quantitative Lockerung in die Märkte gepumpt - de facto ein Gelddrucken der Zentralbank. Dieser ungeheuren Geldschwemme müssen die Währungswächter irgendwann wieder Einhalt gebieten. Ansonsten droht auf Dauer eine Geldentwertung. Zudem steigt durch allzu billiges Geld die Gefahr von ungewollten Effekten wie etwa Preisblasen auf dem Immobilienmarkt.

Wann hat die US-Notenbank erneut die Chance zu einer Anhebung?

Die nächsten Sitzungen des für den Leitzins zuständigen Offenmarktausschusses sind im Dezember 2015 und dann wieder im Januar und März 2016. Experten in den USA gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen in kleinen Schritten anheben wird, beginnend mit einer Steigerung um 0,25 Prozentpunkte. Dies hätte zunächst mehr Signal- als tatsächliche Wirkung und man könnte die Auswirkungen rund um den Globus zunächst einmal ganz vorsichtig ausbalancieren.

Was bedeutet eine Zinsanhebung für Deutschland?

Die Zinsen in Deutschland bleiben zunächst unangetastet. Die europäische Geldpolitik hinkt zeitlich rund zweieinhalb Jahre hinter der US-amerikanischen her. Die Europäische Zentralbank hat ihre Politik gerade erst gelockert und pumpt monatlich bis zu 60 Milliarden Euro frisches Geld in die Märkte. Allerdings dürfte im Falle einer Anhebung in den USA der Euro im Vergleich zum Dollar noch schwächer werden, könnte sogar unter die Paritätsgrenze fallen. Dies würde die Ausfuhren im Exportland Deutschland weiter verbilligen und exportierenden Unternehmen Vorteile bringen. Importe in US-Dollar würden dagegen teurer.

Was würde eine Zinsanhebung für die Aktienmärkte bedeuten?

Steigende Zinsen mögen die Aktionäre nicht, da sie Anleihen attraktiver machen. In der Vergangenheit sind die Aktienmärkte im Anschluss an steigende Zinsen gestiegen. Die Notenbanken heben die Zinsen nämlich nur an, wenn es der Wirtschaft wieder besser geht. Dann steigen die Unternehmensgewinne und die Bewertung der Aktien sinkt. Die Hausse, die wir seit Jahren an den Aktienmärkten sehen, ist primär auf die Geldflut der Notenbanken zurückzuführen und nicht durch das Gewinnwachstum der Unternehmen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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