Volkswagen Vz.
- Maximilian Völkl

Volkswagen: Letzte Runde im Scania-Kampf

Der Volkswagen-Konzern plant die Komplettübernahme seiner schwedischen Nutzfahrzeug-Tochter Scania. An diesem Freitag endet die Frist für das Übernahmeangebot. Nach wie vor bleibt es fraglich, ob die Offerte angenommen wird. Kann VW den Anteil an Scania nicht auf mindestens 90 Prozent ausbauen, verfällt das Angebot wirkungslos.

Durch die Komplettübernahme von Scania könnte VW die Pläne für eine globale Nutzfahrzeug-Allianz mit der zweiten Lkw-Tochter MAN besser durchsetzen. Je Aktie bietet Volkswagen umgerechnet rund 22,26 Euro, was für alle ausstehenden Papiere einer Summe von 6,7 Milliarden Euro entspreche. Obwohl dies einem Aufschlag von gut 50 Prozent entspricht, ist der Ausgang des Angebots weiterhin ungewiss. Der unabhängige Teil des Scania-Verwaltungsrates hatte den Anlegern empfohlen, das Angebot der Konzernmutter auszuschlagen.

Wichtiges Zeichen

Am Donnerstag hat mit der Swedbank Robur zumindest ein wichtiger Minderheitsaktionär nach langem Zögern angekündigt, das Angebot annehmen zu wollen. Mit einem Anteil von zuletzt knapp zwei Prozent war die Bank einer der Aktionäre, die bei der Entscheidung über eine Komplettübernahme das Zünglein an der Waage sein dürften.

Warum der Aufwand?

Dem Volkswagen-Konzern sind bereits fast 90 Prozent der Scania-Stimmrechte zuzurechnen. Dass die Wolfsburger für den noch fehlenden kleinen Rest mit fast sieben Milliarden Euro eine relativ hohe Summe bieten, liegt an der Aktionärsstruktur. Bei Scania gibt es zwei Typen von Anteilsscheinen: 400 Millionen A-Aktien, an denen eine volle Stimme hängt und ebenso viele B-Aktien, die nur eine Zehntel-Stimme repräsentieren.

Derzeit hält VW zwar 89,2 Prozent der Stimmrechte, besitzt jedoch nur 62,6 Prozent aller 800 Millionen Anteilsscheine. Erst wenn der Konzern 90 Prozent aller Aktien hält, dürfte er Scania tatsächlich ganz von der Börse nehmen.

Und solange dies nicht der Fall ist, können die Wolfsburger nicht so, wie sie gerne würden. Hintergrund ist ein Schutz für die Minderheitsaktionäre. So dürfen sich etwa die Lkw-Bauer MAN und Scania keine Freundschaftspreise machen, obwohl sie beide zur VW-Familie gehören. Denn die übrigen Scania-Aktionäre könnten gegen Freundschaftspreise klagen. Um die vollen Sparmöglichkeiten im Geschäftsalltag zu heben, muss VW zum alleinigen Besitzer werden.

Top-Aktie

Unabhängig vom Ausgang der Scania-Übernahme ist der Volkswagen-Konzern nach wie vor eines der besten Investments am Aktienmarkt. Auch charttechnisch könnte der Titel bald wieder ein Kaufsignal generieren, wenn der alte Widerstand bei 205 Euro überwunden wird. Das langfristige Kursziel des AKTIONÄR lautet 240 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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