Volkswagen Vz.
- Jochen Kauper - Redakteur

Volkswagen-Konzern setzt den Rotstift an – neue Antriebe und Digitalisierung stehen im Focus – was macht die Aktie?

Volkswagen kürzt angesichts des Abgas-Skandals massiv die Investitionen in die Kernmarke VW. Wegen der hohen Kosten für die Aufarbeitung des Diesel-Skandals werde bei VW pro Jahr eine Milliarde Euro weniger als bisher geplant ausgegeben. Das Sparprogramm werde beschleunigt, teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit. Außerdem solle die Diesel-Strategie neu ausgerichtet werden. Zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen soll es einen neuen Standard-"Baukasten" für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge geben. Die neue Version des Luxuswagens Phaeton soll elektrisch werden. "Die Marke Volkswagen stellt sich für die Zukunft neu auf", erklärte VW-Markenchef Herbert Diess. "Wir werden effizienter, richten die Produktpalette und Kerntechnologien neu aus und schaffen uns mit dem beschleunigten Effizienzprogramm den Spielraum für zukunftsweisende Technologien."
Für Europa und Nordamerika wurde laut VW ein vollständiger Umstieg bei Diesel-Aggregaten auf eine fortschrittlichere und teurere Technologie für die Abgasreinigung "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" beschlossen. "Nur noch die umwelttechnisch besten Abgassysteme werden in den Diesel-Fahrzeugen zum Einsatz kommen", versprach Diess.

Effizienzprogramm wird verschärft

Auch beim Zukunftsthema Digitalisierung will VW vorankommen. Für Vernetzung und Fahrerassistenzsysteme werde ein neuer Standard definiert, hieß es.
Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller hatte bereits angekündigt, dass ein noch von seinem Vorgänger Martin Winterkorn angestoßenes "Effizienzprogramm" noch verschärft werde. Damit wollte VW ursprünglich spätestens von 2018 an rund fünf Milliarden Euro jährlich sparen. Winterkorn war im Zuge des Abgas-Skandals zurückgetreten. Volkswagen müsse schnell auf die drohenden Kosten reagieren, hatte Müller vor einer Woche gesagt. "Nicht zuletzt, um unser gutes Rating an den Kapitalmärkten zu sichern. Das hat höchste Priorität." Zudem hatte Müller bei einer Betriebsversammlung im VW-Stammwerk in Wolfsburg erklärt, geplante Investitionen auf den Prüfstand zu stellen.
Volkswagen hatte in einem ersten Schritt im dritten Quartal bereits 6,5 Milliarden Euro für die Folgen des Abgas-Skandals zurückgestellt - darin sind die erwarteten Kosten für die Nachbesserung der betroffenen Fahrzeuge enthalten.

 

Abwarten

Die VW-Aktie hat zuletzt deutlich Boden gut gemacht. Sicherlich wird in den nächsten Wochen und Monaten noch vieles auf dem VW-Konzern einprasseln, was immer wieder von einem kräftigen Mediengewitter begleiten werden wird. Anleger ignorieren das. Im Kurs sollte bereits der Worst-Case eingepreist sein. Mehr zur Entwicklung der Volkswagen-Aktie lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von DER AKTIONÄR.

 

(Mit Material von dpa-AFX).

 

 

 

 

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