TUI
- Thorsten Küfner - Redakteur

TUI: Ein echtes Reise-Schnäppchen

Millionen Deutsche suchen nun wieder eifrig nach den besten Reise-Schnäppchen für den oder die anstehenden Sommer-Urlaube. Eines der günstigsten Angebote gibt es dieses Jahr aber nicht im Katalog, im Reisebüro oder im Internet, sondern an der Börse: Denn ein ganz besonderes Schnäppchen ist derzeit die Aktie von TUI.

Während es draußen noch kalt und in manchen Teilen Deutschlands auch weiß ist, beginnen Millionen Deutsche allmählich mit der Planung des Sommer­urlaubs. Und nach relativ kurzer Zeit dürften alle feststellen: Wirklich günstig wird das voraussichtlich nicht. Denn die Europäer bleiben angesichts einer trotz aller Unkenrufe immer noch robusten konjunkturellen Entwicklung wohl 2019 mindestens genauso reisefreudig wie im Vorjahr. Dementsprechend haben die Reiseveranstalter und Hotelbetreiber eher wenig Grund, ihre Preise zu senken. So ist davon auszugehen, dass die Preise für die Hotelbetten auch in diesem Jahr ihren Aufwärtstrend fortsetzen werden: Nachdem der Durchschnitts-Preis im Fiskaljahr 2013/14 noch bei 53 Euro pro Hotelbett gelegen hatte, waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 bereits 65 Euro. Sollte es nicht erneut zu einem derart langen Sommer kommen wie im Vorjahr, dann dürfte die Zahl der Urlaubsreisen sogar deutlich anziehen.

Dies dürfte natürlich vor allem dem größten europäischen Tourismuskonzern TUI voll in die Karten spielen. Der Konzern ist nicht nur Europas größter Reiseveranstalter, sondern betreibt auch selbst viele Hotels in den begehrtesten Ferienregionen, allen voran im westlichen Mittelmeer, wo die Tochter RIU enorm stark positioniert ist.

Im vergangenen Börsenjahr hatten die Anteilseigner des Unternehmens allerdings nichts von der erneut soliden Geschäftsentwicklung. Denn der Aktienkurs knickte ab dem Sommer kräftig ein. Der lange, anhaltend heiße Sommer in nahezu ganz Europa sorgte bei vielen potenziellen Urlaubern für eine deutlich verringerte Reiselust. Während TUI dennoch wachsen konnte (dazu später mehr), hatte der britische Rivale Thomas Cook darunter arg zu leiden. Der Konzern musste eine Gewinnwarnung nach der anderen herausgeben – und zog damit immer wieder auch den Aktienkurs der TUI kräftig nach unten.

Der Chef bleibt optimistisch
Dass es beim Branchenprimus aber eigentlich keinen Grund zur Sorge gibt, bestätigte jüngst Konzernchef Fritz Joussen in einem Interview mit der Rheinischen Post. So betonte er, dass TUI 2018 erneut ein zweistelliges Gewinnwachstum erzielen konnte, und fügte hinzu: „Und wir wollen diesen Kurs 2019 erfolgreich fortsetzen.“ Ebenfalls interessant war seine Antwort auf die Frage, ob es beim Kreuzfahrt-Boom bleibt: „Ganz sicher. Die Nachfrage nach attraktiven Kreuzfahrten wird die nächsten zehn Jahre weitergehen. Deshalb bauen wir unsere eigene Flotte von heute 16 Schiffen weiter aus. In Summe sind es bis 2026 sechs neue Schiffe für unsere Flotte.“ Die Schiffe sind weiter meist komplett ausgebucht, die Wachstumsraten sind hoch, ebenso die Renditekennzahlen. Zudem zeigte sich Joussen optimistisch, dass man von der Digitalisierung erheblich profitieren dürfte. So erwartet er, dass die TUI dank der genaueren Kenntnis der eigenen Kunden ihnen künftig bald noch besser passende Angebote machen kann. Auch beim Verkauf von Dienstleistungen am Urlaubsort sieht Joussen noch großes Potenzial.

Zweistelliges Wachstum, einstelliges KGV
Treffen seine Prognosen – wie fast immer in der Vergangenheit – zu, so dürfte die TUI auch in den kommenden Jahren mit einem Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich glänzen. Diesen konstant hohen Zuwächsen steht ein 2020er-KGV von nur 9 gegenüber. Damit ist die TUI-Aktie ein klares Schnäppchen. Auch die Dividendenrendite des Konzerns, der mit einer starken Bilanz ohne Nettoverschuldung glänzt, von 5,5 Prozent kann sich sehen lassen. Interessant: Wegen des gebrochenen Geschäftsjahres ist der Stichtag für die Dividende von voraussichtlich 0,72 Euro je Aktie bereits am 12. Februar.

Günstiger Einstieg möglich.
TUI glänzt mit einer starken Stellung in attraktiven Urlaubsregionen (wie etwa Spanien, Griechenland oder Italien) und Bereichen (allen voran im stark wachsenden Kreuzfahrtgeschäft), einer soliden Bilanz, guten Per­spektiven und einer günstigen Bewertung. Langfristig orientierte Anleger können daher den ungerechtfertigten Abverkauf der vergangenen Monate zum Aufbau erster Positionen nutzen.

Dieser Artikel war Teil der Print-Ausgabe 04/2019.

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