ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp versinkt im Chaos – Zerschlagung rückt näher

Die Führungskrise bei ThyssenKrupp ist perfekt. Am Montagabend hat Aufsichtsratschef Ulrich Lehner sein Mandat zurückgegeben. Nachdem zuletzt bereits CEO Heinrich Hiesinger zurückgetreten war, steht ThyssenKrupp nun am Scheideweg. Die neue Führung muss die schwierige Entscheidung treffen, mit welcher Strategie der Konzern in die Zukunft geht.

Der Rücktritt von Lehner zeigt, wie tief die Gräben bei ThyssenKrupp zwischen Arbeitnehmern, aktivistischen Investoren und den Beitz-Erben Hiesinger und Lehner war. Es scheint möglich, dass der Aufsichtsratschef, der sich stets klar gegen eine Zerschlagung des DAX-Konzerns ausgesprochen hat, keine Unterstützung mehr für seine Position vorfand. Zuletzt wurden bereits Vermutungen laut, dass sich die Krupp-Stiftung als größter Einzelaktionär auf die Aktivisten Cevian und Elliot zubewegt hat.

Als Grund für sein Ausscheiden nannte Lehner dann auch das mangelnde Vertrauen großer Aktionäre. So sei ein gemeinsames Verständnis im Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung nicht mehr gegeben gewesen. Seine Entscheidung solle nun dazu beitragen, „das notwendige Bewusstsein bei allen Beteiligten zu schaffen, dass eine Zerschlagung des Unternehmens und der damit verbundene Verlust von vielen Arbeitsplätzen keine Option darstellt - weder im Sinne des Stifters noch im Sinne unseres Landes“, so Lehner weiter.

Viele offene Fragen

Auf den neuen Konzernchef wartet eine schwierige Aufgabe. Es erscheint aktuell kaum vorstellbar, wie die verschiedenen Interessen unter einen Hut gebracht werden sollen. Durch den Abgang Lehners rückt eine Zerschlagung allerdings näher, die Aktie zieht entsprechend an. Die Gegner der Abspaltung werden weniger, langfristig wäre so eine Neubewertung denkbar. Vorerst droht der Konzern aber im Chaos zu versinken. Die Aktie bleibt deshalb lediglich eine Halteposition, der Stopp liegt bei 18,00 Euro.

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