ThyssenKrupp
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

ThyssenKrupp: Ein Problem weniger

Der deutsche Stahlriese ist sein Werk in den USA los. Der Verkauf der Anlage im Bundesstaat Alabama an ein Konsortium aus Weltmarktführer ArcelorMittal sowie die japanische Nippon Steel sei abgeschlossen, erklärte der Essener Konzern am späten Mittwochabend.

Krisen ohne Ende

Der Preis, den ThyssenKrupp für das Werk erzielte, betrug 1,55 Milliarden Dollar (circa 1,13 Milliarden Euro).

Das US-Werk und eine Anlage für Rohstahl in Brasilien hatten den Konzern in eine tiefe Krise gestürzt. Die Baukosten waren aus dem Ruder gelaufen - ThyssenKrupp bezifferte sie auf zwölf Milliarden Euro. Das Unternehmen schrieb bis zuletzt Verluste.

Um aus der Misere herauszukommen, wollte ThyssenKrupp beide Werke verkaufen. Für das US-Werk fanden die Essener im November Abnehmer. Die Käufer verpflichteten sich dabei, bis zum Jahr 2019 Rohstahl aus der zunächst im Konzern bleibenden Anlage in Brasilien abzunehmen. Das sichere dem dortigen Werk eine Mindestauslastung von 40 Prozent, erklärte ThyssenKrupp.

Positive Charttechnik

Einschätzung: Der Verkauf des US-Standortes war bereits seit Ende 2013 bekannt und dürfte der Aktie keine frischen Impulse liefern. Analysten hatten zudem vorgerechnet, dass die US-Tochter einen Preis von 1,5 bis zwei Milliarden Dollar erzielen könnte. Der jetzt erzielte Erlös liegt am unteren Ende der Spanne und könnte kritische Kommentare nach sich ziehen.

Charttechnisch stehen die Ampeln für den DAX-Konzern weiter auf Grün: Der kurzfristige Aufwärtstrend seit Dezember ist intakt - die jüngste Konsolidierung sollte Anlegern also keine Kopfschmerzen bereiten. Mit dem Sprung über die Marke bei 20,80 Euro würde ein Kaufsignal generiert. Ein Stopp bietet sich auf Höhe der Aufwärtstrendlinie bei 19,20 Euro an.

(Mit Material von dpa-AFX)

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