ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Das Warten hat ein Ende

Die Entwicklung der ThyssenKrupp-Aktie ist besorgniserregend. Nach dem Führungschaos im Sommer und der jüngsten Gewinnwarnung ist die Aktie auf ein neues 2-Jahres-Tief gefallen. Aktuell ist nicht abzusehen, wie der Industriekonzern zeitnah aus der Krise kommen will. Zumindest für einen wichtigen Posten scheint nun eine adäquate Lösung gefunden worden sein.

Der scheidende Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber könnte Bernhard Pellens als Aufsichtsratsvorsitzenden beerben. Uebber soll zunächst einen der beiden ohnehin vakanten Plätze im Kontrollgremium einnehmen – der andere geht voraussichtlich an die frühere Bosch-Managerin Martina Merz. In einem nächsten Schritt soll Uebber dann die Leitung übernehmen. Trotz der besonderen Machtverhältnisse bei ThyssenKrupp soll der Manager laut Handelsblatt auch selbst bereit sein, den Posten anzutreten.

Noch ist zwar unklar, wie schnell der Führungswechsel von statten gehen soll. Klar ist aber, dass das Mandat von Pellens im Januar 2020 ausläuft. Er hat dann die gesetzlich zulässige Höchstdauer für die Zugehörigkeit in einem Aufsichtsrat von 15 Jahren erreicht und wird ohnehin aus dem Gremium ausscheiden. Pellens Berufung zum Chef wurde zuletzt ohnehin kritisch gesehen, da ihm die praktische Erfahrung fehlt.

An der Seitenlinie

Es ist positiv zu werten, dass ThyssenKrupp die Suche nach einem erfahrenen Aufsichtsratschef fortsetzt. Allerdings überwiegen nach der erneuten Gewinnwarnung weiterhin die Risiken und Probleme. Ein Neueinstieg bietet sich aktuell nicht an. Anleger sollten das Geschehen vielmehr von der Seitenlinie verfolgen.

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